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Geburtstag Patrik Kühnen feiert nur beim Weiterkommen

Teamchef wird am Samstag 46 – Zehn Jahre Kapitän – Ziel “Teamharmonie herstellen”.

Bamberg – “Es wird nicht gefeiert”, sagt Patrik Kühnen. Und meint seinen Geburtstag. Denn natürlich möchte er so gerne feiern in Bamberg. Aber erst am Sonntag, wenn das deutsche Davis-Cup-Team bitte schön das Erstrundenmatch in der Weltgruppe gegen Argentinien gewonnen hat. Das wäre dann ein würdiger Anlass, die Korken knallen zu lassen. Der Geburtstag am Samstag aber? Nein. “Ich kenne das ja schon, ich hatte schon öfter während des Davis Cups Geburtstag”, sagt der Münchner. 46 Jahre wird er am Samstag.

Das ist auch nicht wirklich ein Grund, ein großes Fass aufzumachen. Eher schon, dass er mit dem Match gegen die Argentinier in sein zehntes Jahr als Verantwortlicher für das deutsche Davis-Cup-Team geht. Vom 20. bis 22. September 2002 saß er erstmals im Relegationsspiel gegen Venezuela auf der Bank und coachte das Team zum Klassenerhalt. Der einstige Assistent hatte gerade erst von Michael Stich übernommen. Ab 2003 war er dann auch ganz offiziell der Davis-Cup-Kapitän. Und ist es seitdem immer geblieben.

“Für mich war es immer wichtig, eine Teamharmonie herzustellen, Mannschaftsgeist zu wecken”, sagt Kühnen im Gespräch mit der dapd Nachrichtenagentur, “das war zum Teil nicht ganz einfach.” Grade jetzt erst vor dem Match gegen Argentinien gab es im Vorfeld wieder zahlreiche “Baustellen” zu beseitigen. Seine Entscheidung, den Veteranen Tommy Haas zu reaktivieren, brachte Diskussionen. Ein Spieler wie Doppelspezialist Christopher Kas konnte sich nicht zu Unrecht ausgebootet fühlen. “Es war auch für mich schwer, aber am Ende muss ich so entscheiden, wie ich glaube, dass es das Beste für das Team ist”, sagt Kühnen.

Als Spieler stand der gebürtige Saarländer immer im Schatten der übermächtigen Boris Becker und Michael Stich. Platz 43 war seine höchste Position in der Weltrangliste und das Viertelfinale in Wimbledon 1988 sein bestes Grand-Slam-Resultat. Wie Eifersüchteleien und Rivalitäten eine Mannschaft schwächen konnten, hat er in dieser Zeit hautnah erlebt. Preisfrage bei Jauch, 32.000 Euro: der einzige Spieler, der bei allen drei deutschen Davis-Cup-Siegen 1988, ’89 und ’93 zur Mannschaft gehörte? Genau.

Einfach war es auch für den Teamchef Kühnen nicht immer. Erstmal stieg man 2003 ab. Relegationsspiel in Sundern gegen Weißrussland verloren. Haas spielte damals wegen seiner Schulterverletzung nicht. 2005 gelang der Wiederaufstieg in die Weltgruppe mit einem Auswärtssieg in Tschechien. Kühnen war damals so euphorisch über die Mannschaftsleistung, dass er das Team und seine Arbeit in einem Buch verewigte. Schon ein Jahr später aber flogen in Halle/Westfalen gegen Frankreich wieder die Fetzen, als sich Haas und Nicolas Kiefer wie Diven benahmen.

Das Halbfinale 2007 war der größte Erfolg des Teams unter Kühnen. Mehr wäre bei den personellen Möglichkeiten der deutschen Mannschaft nur mit etwas mehr Glück möglich gewesen, das beispielsweise beim knappen Viertelfinal-Aus 2009 gegen Spanien fehlte. Den Wunsch, einmal das Endspiel zu erreichen, oder die “Salatschüssel” gar zu gewinnen, äußert er deshalb gar nicht mehr. Auch nicht zum Geburtstag. Er träumt höchstens davon.

10.02.2012 © dapd / newsburger.de

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