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Eiskunstlauf: Partnersuche mit Happy End

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27.01.2012

Vartmann Eiskunstlauf: Partnersuche mit Happy End

Vartmann/van Cleave fanden sich über das Internet und überraschen mit Platz fünf bei der EM.

Leipzig/Sheffield – Die Partnersuche über das Internet ist längst salonfähig. Ein hübsches Foto, ein paar Informationen zu Hobbys und Kochkünsten und schon steht das Profil. Die Liebe ihres Lebens suchten die Eiskunstläufer Mari Vartmann und Aaron van Cleave vor zwei Jahren auf Partnersuche begaben. Auf der speziell für Paarläufer konzipierten Internetseite Icepartnersearch fanden sich die Berlinern und der Kanadier – und wurden bei der EM in Sheffield nun überraschend Fünfte.

Mit 154,99 Punkten war es die beste Leistung ihrer noch kurzen gemeinsamen Karriere. Dabei hätte ein Schleudertrauma fast das Traumergebnis gekostet. Die 23 Jahre alte Deutsch-Japanerin Vartmann war im Training mit einem anderen Läufer zusammengeprallt. “Ich habe gedacht, ich kann nicht laufen, weil mir der Nacken so wehtat. Aber die Ärzte haben mich gut behandelt. Nach der Kür kamen mir die Tränen, weil ich so erleichtert war”, sagte Vartmann.

Zwar reichte es noch nicht für die Medaillenränge, doch das Paar zeigte auf, dass es in Deutschland gute Paare hinter den Weltmeistern Aljona Savchenko und Robin Szolkowy gibt. Die Chemnitzer hatten auf die Titelkämpfe in England verletzt verzichtet.

Die relativ geringe nationale Konkurrenz hatte Vartmann und van Cleave dazu veranlasst, für Deutschland zu starten. In Kanada oder den USA wäre die Chance auf internationale Einsätze deutlich geringer gewesen.

Vartmann war bis Anfang 2010 mit Florian Just in Dortmund gestartet und schon 2007 und 2008 mit ihm zweimal EM-Siebte. Dann verpatzte sie viele Elemente und Just trennte sich von ihr. Mit van Cleave verabredete sie sich dann über das Internet zu einem Probetraining. Zunächst trainierten sie gemeinsam mit Just, der mit Katharina Gierok auch eine neue Partnerin gefunden hatte.

Vartmann/van Cleave lagen schon im vergangenen Jahr bei den deutschen Meisterschaften vor den Rivalen. Aber sie durften nicht mit zur EM, weil das Konkurrenzpaar zuvor erfolgreicher war und nominiert wurde. Der gemeinsame Trainer Knut Schubert empfahl dem Verband, lieber Vartmann/van Cleave zu schicken, weil sie besseren Perspektiven hätten. Dies nahmen ihm Gierok/Just übel und trennten sich von ihm.

Schubert kehrte in seine Heimatstadt Berlin zurück, hat keinen Vertrag mit dem Verband und ist auf Arbeitssuche als Sportlehrer. Daher hat er viel Zeit für sein einziges Paar. Vartmann hat offensichtlich ihre Nervenschwäche mithilfe eines Mentaltrainers abgelegt, außerdem fühlt sie sich bei dem starken van Cleave in sicheren Händen. Unterstützt von Berliner Choreografen hat das Paar auch seine anfänglichen stilistischen Schwächen abgelegt. Die fehlerfreien und ansprechenden Programme von Sheffield bestätigen nun Schuberts Einschätzung, dass das Paar gute Perspektiven hat. Van Cleave und der Verband wollen sich nun rechtzeitig vor Olympia 2014 auch um eine deutsche Staatsbürgerschaft bemühen.

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