Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Bernd Lucke

© über dts Nachrichtenagentur

20.07.2015

Parteienforscher Keine großen Chancen für neue Lucke-Partei

„Dass der Kuchen für beide Parteien groß genug ist, wage ich zu bezweifeln.“

Berlin – Parteienforscher schätzen die Erfolgschancen der neuen Partei des früheren AfD-Chefs, Bernd Lucke, als gering ein. Die Gründung der „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (ALFA) finde „im Wirkungsraum des bisherigen Wählerpotenzials der AfD statt und dürfte kaum neue Wählerschichten erschließen“, sagte Everhard Holtmann, Politikwissenschaftler an der Universität Halle, dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe).

Mit jenen Wählern, die von den anderen Parteien abgewandert seien, dürfte das „Abwanderungsreservoir weitgehend ausgeschöpft“ sein. Die Erfolgsaussichten der neuen Partei seien auch deshalb gering, weil infolge der parteiinternen Machtkämpfe bei der AfD und ihrer Spaltung die bundesweiten Sympathien für die Partei bereits rückläufig seien. „Solange die Deutschen in ihrer großen Mehrheit die allgemeine und persönliche wirtschaftliche Lage und Zukunft des Landes zuversichtlich einschätzen und ebenso mit der amtierenden Regierung zufrieden sind, bleiben die Erfolgsräume für neu gegründete Protestparteien ausgesprochen schmal“, so Holtmann.

Der Bremer Parteienforscher Lothar Probst wies auf das Programm der neuen Lucke-Partei hin, das mit Kritik an der Euro-Rettungspolitik und einer etwas moderateren Kritik an der Zuwanderungspolitik als die AfD unter Frauke Petry „wie das aufgewärmte Potpourri aus der Gründungszeit der AfD“ klinge. „Alles in allem bleibt ALFA programmatisch aber relativ konturenlos, und so zu tun, als hätte es das Scheitern von Lucke in der AfD nicht gegeben und als könnte man gewissermaßen ohne diese Vorgeschichte einfach wieder am Anfang der AfD anknüpfen und dort weitermachen, halte ich für ziemlich naiv“, sagte Probst dem „Handelsblatt“.

AfD und ALFA träten jetzt als Konkurrenten auf dem Wählermarkt auf, sagte Probst weiter und fügte hinzu: „Dass der Kuchen für beide Parteien groß genug ist, wage ich zu bezweifeln.“ Da sei die AfD unter Petry „mit einer dezidiert ins Rechtspopulistische abgleitenden Rhetorik wahrscheinlich besser aufgestellt, um diejenigen einzusammeln, die mit der Zuwanderungspolitik, der Euro-Rettungspolitik und überhaupt mit den anderen Parteien unzufrieden sind.“

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/parteienforscher-keine-grossen-chancen-fuer-neue-lucke-partei-86359.html

Weitere Nachrichten

Mahmur Flüchtlingsanlage

© homeros / 123RF Lizenzfreie Bilder

Ex-Lageso-Chef „Wir brauchen für jeden Flüchtling einen Lotsen“

Der ehemalige McKinsey-Berater und frühere Chef des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso), Sebastian Muschter, warnt vor einem Scheitern ...

NPD Kundgebung Wuerzburg

© Christian Horvat / CC BY-SA 3.0

NPD-Verbot Lammert begrüßt Bedeutung der Karlsruher Entscheidung

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat die politische Bedeutung der Karlsruher NPD-Entscheidung hervorgehoben. "Ich begrüße, dass das ...

Barbara Hendricks Angela Merkel 2013

© Martin Rulsch / CC BY-SA 4.0

SPD Hendricks will Agrarsubventionen an Naturschutz koppeln

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat eine grundlegende Reform der bisherigen EU-Agrarsubventionen gefordert. Demnach sollen Landwirte künftig ...

Weitere Schlagzeilen