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19.07.2010

Parteienforscher glaubt an weitere Rücktritte von Politikern

Saarbrücken – Der Politikwissenschaftler Peter Lösche glaubt auch in naher Zukunft an Rücktritte von Politikern wie der von Ole von Beust (CDU). Lösche sieht in den immer schwierigeren politischen Vorgängen eine Ursache für die sich häufenden Rücktritte prominenter Amts- und Mandatsträger. Die Politik werde immer komplexer. „Regieren macht längst nicht mehr so viel Spaß wie früher“, sagte der Politologe der „Saarbrücker Zeitung“.

Politik fordere heutzutage die ganze Persönlichkeit. Das gehe an die physische und psychische Substanz. „Ole von Beust wird deshalb nicht der letzte Politiker im vorzeitigen Ruhestand gewesen sein“, prophezeite Lösche mit Blick auf den Hamburger CDU-Politiker, der am Sonntag seinen Rückzug vom Amt des Ersten Bürgermeisters der Hansestadt bekannt gegeben hatte.

Zugleich empfahl Lösche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), auch abgewählte Ministerpräsidenten mit CDU-Parteibuch stärker einzubinden. „Im konkreten Fall würde das bedeuten, den gescheiterten Regierungschef von Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers, in ihr Kabinett zu holen“, erläuterte der Politologe. Rüttgers habe viel politische Erfahrung, sei kompetent und könne in jedem Ministerium Anerkennung finden. Allerdings fürchte Merkel politische Konkurrenten, so dass solche Szenarien wohl kaum realistisch seien, meinte Lösche.

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