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Bernd Lucke

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14.01.2015

Parteienforscher Falter AfD würde ohne Lucke untergehen

Falter nannte Lucke das verbindende Glied der AfD.

Karlsruhe – Eine Zuspitzung der Macht- und Richtungskämpfe in der AfD könnte nach Ansicht des Mainzer Politikwissenschaftlers Jürgen Falter das Ende der rechtskonservativen Partei bedeuten.

„Die AfD hat das Problem, dass ihr Gründungsthema der Eurokrisen-Politik vielen Mitgliedern völlig aus dem Blick gerät, weil sie die Partei anders aufstellen wollen“, sagte Falter der Deutschen Presse-Agentur. „Das könnte die Partei sprengen.“

Flügelkämpfe seien für Parteien nicht ungewöhnlich. „Aber bei der AfD haben diese gleich mehrere Dimensionen.“ In der Gesellschaftspolitik reiche die Bandbreite von liberalen bis zu reaktionären Strömungen. „In der Außenpolitik sehen wir eine Konfrontation zwischen Transatlantikern und Putin-Verstehern.“ Gleichzeitig sei die AfD ein Sammelbecken der mit den etablierten Parteien Unzufriedenen, sagte der Parteienforscher. „Daraus resultiert auch die demonstrative Nähe einiger ihrer führenden Politiker zu Pegida.“

AfD-Chef Bernd Lucke will durch eine Satzungsänderung erreichen, dass die Partei künftig nicht mehr drei, sondern nur noch einen Vorsitzenden hat – nämlich ihn selbst. Dagegen stemmen sich die bisherigen Co-Parteichefs Konrad Adam und Frauke Petry sowie der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Alexander Gauland.

Falter nannte Lucke das verbindende Glied der AfD. „Sollte dieser abtreten, weil er nicht alleiniger Vorsitzender werden kann, dann glaube ich, dass die Partei wieder untergehen wird.“ Denn Wirtschaftsliberale und Transatlantiker würden sich in einer zunehmend nationalkonservativen Partei nicht mehr zu Hause fühlen.

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