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Pentling träumt von der Rückkehr Benedikts

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12.02.2013

Papst-Rücktritt Pentling träumt von der Rückkehr Benedikts

„Für die ganze Gemeinde wäre es eine Riesenfreude.“

Pentling – Am Tag nach der Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. hat sich die Aufregung in Pentling bei Regensburg wieder etwas gelegt. Es ist ruhig am verschneiten Papsthaus, vor dem eine Büste des Heiligen Vaters steht. In den 70er Jahren lebte Joseph Ratzinger hier, als er in Regensburg Theologie lehrte. Später kehrte er als Kardinal zumindest in den Ferien zurück.

Das Anwesen, das inzwischen der Stiftung Papst Benedikt XVI. übertragen wurde und als Begegnungsstätte dient, wird von Rupert Hofbauer verwaltet, dem langjährigen Nachbarn. Er spielt natürlich wie viele Pentlinger mit dem Gedanken, dass Joseph Ratzinger seinen Lebensabend an seinem früheren Wohnort verbringen könnte: „Für die ganze Gemeinde wäre es eine Riesenfreude“, sagt Hofbauer.

Die Chancen dafür stehen allerdings eher schlecht – nicht nur, weil der Papst nach Angaben seines Sprechers in das bisherige Karmel-Kloster innerhalb der Vatikanmauern ziehen möchte. Im Pentlinger Haus, dessen Erdgeschoss von einem großen Konferenzraum eingenommen wird, wäre nicht genug Platz, sagt Hofbauer. „Das reicht nicht für einen Papst im Ruhestand.“

Zudem ist ein Liebling des Papstes inzwischen nicht mehr da: Hofbauers Kater Chico, zu dem Ratzinger eine enge Beziehung pflegte – was dem Kater die Bezeichnung „Papstkatze“ einbrachte – ist vergangenen Herbst gestorben. Der Papst habe ihm im November einen Brief geschrieben, in dem er den Tod des Tieres bedauert habe, berichtet Hofbauer, der Ratzinger als „super netten Nachbarn“ in Erinnerung hat.

Nicht ohne fünf Leibwächter

Bürgermeister Albert Rummel betont zwar, dass die Gemeinde ihrem Ehrenbürger selbstverständlich „eine Wohnung, ein Haus, was er will“ zur Verfügung stellen würde. Doch allein schon aus Sicherheitsgründen sei eine Rückkehr des Papstes undenkbar. „Den lässt man ohne fünf Leibwächter nicht mehr auf die Straße gehen“, meint der Bürgermeister.

Die Nachricht vom Rücktritt hatte den oberpfälzischen 6.000 Einwohner großen Ort völlig überrumpelt. „Ich hab gedacht, ich spinne“, erzählt eine Anwohnerin. Ihr Mann habe die Nachricht zuerst für einen Rosenmontagsscherz gehalten. Verkäuferin Therese Achatz, die ein paar Straßen weiter Brot und Krapfen verkauft, zeigt Verständnis für den Papst: „Er ist auch bloß ein Mensch.“

Von einer „großen Entscheidung“ spricht Bürgermeister Rummel. Wenn der Papst keine Topleistung mehr bringen könne, sei es nur konsequent, abzutreten. „Er ist mit Sicherheit keiner, der sich mit körperlichen Gebrechen vor die Welt hinstellt.“

Rupert Hofbauer wundert sich, dass Benedikt sein Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgibt: „Wenn man ihn gefragt hat, wie es ihm geht, hat er immer gesagt: ‚Es geht mir gut‘.“

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