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Papst krönt Mexiko-Besuch mit Sonntagsmesse

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25.03.2012

Religion Papst krönt Mexiko-Besuch mit Sonntagsmesse

Unter dem Jubel hunderttausender Gläubiger.

Silao/Mexiko – Mit einer Sonntagsmesse unter freiem Himmel hat Papst Benedikt XVI. am Wochenende seinen umjubelten Besuch in Mexiko gekrönt. Im Schatten der Bronzestatue Cristo Rey (Christus, der König) versammelten sich westlich von Guanajuato hunderttausende Gläubige.

Auf dem Weg zur Messe überflog der Papst das Monument in einem Militärhelikopter – einer der Höhepunkte seiner Mexiko-Reise. Nach Angaben von Vatikansprecher Lombardi war die Segnung der Statue Benedikt ein Herzensanliegen. Nach Einbruch der Dunkelheit wollte der Papst ein neues Beleuchtungssystem des 22 Meter hohen Monuments einschalten.

Das Denkmal ist eines der wichtigsten Symbole des Katholizismus in Mexiko. Es erinnert an einen Aufstand mexikanischer Katholiken gegen die Regierung von 1926 bis 1929. Diese hatte unter anderem öffentliche Messen verbieten wollen.

Als Benedikt am Sonntag im Papamobil durch den Park Bicentennial fuhr, kannte die Begeisterung der Menschenmassen keine Grenzen. Jemand reichte dem Kirchenoberhaupt einen breitkrempigen Sombrero, den er sich auf dem Weg zum Alter aufsetzte. „Wir beten, dass er uns hilft, dass es in unserem Land keine Gewalt mehr gibt“, sagte die 50-jährige Lorena Diaz. „Wir beten, dass er uns Frieden gibt.“

Angesichts gesperrter Straßen hatten viele Pilger einen meilenlangen Weg in Kauf genommen, um an der Messe teilzunehmen. Ältere Frauen legten die Strecke mit Gehstöcken zurück.

Papst nimmt mexikanische Jugendliche in die Pflicht

Inhaltlich stellte der Papst während seines Aufenthalts vor allem den jahrelangen Drogenkrieg mit mehr als 47.000 Toten im Land in den Vordergrund und forderte die Jugend des Landes auf, als Botschafter des Friedens zu wirken. Jedes einzelne Kind sei „ein Geschenk Gottes an Mexiko und die Welt“, sagte Benedikt XVI. am Samstag bei einer Ansprache vor rund 4.000 Kindern auf dem Platz des Friedens in der Kolonialstadt Guanajuato. Der Schüler Jesu vergelte Böses nicht mit Bösem, sondern bemühe sich um das Gute, um Vergebung und Einigkeit. Während seiner Rede wurde Benedikt mehrmals von der jubelnden Menge unterbrochen.

Doch der Papst sah sich auch mit Kritik konfrontiert, als ehemalige Opfer kirchlichen Missbrauchs am Samstag ein Buch veröffentlichten, mit dem sie Vertuschungsversuche des Vatikans anprangerten. Benedikt XVI. ging auf die Vorwürfe nicht direkt ein. Vatikansprecher Federico Lombardi erklärte aber, der Papst habe mit seiner Aufforderung zum Schutz von Kindern vor Gewalt auch sexuelle Gewalt durch Priester miteinbezogen. Lombardi wies Vorwürfe zurück, dass Benedikt oder dessen Vorgänger Johannes Paul II. sexuellen Missbrauch durch den Gründer der Kongregation der Legionäre Christi, Marcial Maciel, verschleiert hätten.

Der Besuch des Papstes hatte am Freitag auf dem Flughafen der Stadt Silao begonnen, wo ihn jubelnde Menschenmassen empfingen. Auch den Weg zu seiner Unterkunft, einer Schule in der Stadt León, den der Papst im Papamobil zurücklegte, säumten zahlreiche Schaulustige. Und auch am Samstag verfolgten neben den Gläubigen vor Ort zehntausende Menschen auf einer Großleinwand im Bicentenario-Park von Silao die Auftritte des Papstes. Im Zeltlager der vielfach jugendlichen Pilger ertönten „Benedicto, Benedicto“-Rufe.

Am Montag reist der Papst weiter nach Kuba, wo er ebenfalls drei Tage verbringen wird, bevor er am Donnerstag nach Rom zurückkehrt.

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