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Rennen zwischen 3D- und Stummfilm

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24.01.2012

Oscars Rennen zwischen 3D- und Stummfilm

“Hugo Cabret” und “The Artist” führen Nominierungen an.

Beverly Hills – Die Oscar-Verleihung am 26. Februar verspricht zum Wettstreit zwischen modernem und altmodischem Kino zu werden. Der 3D-Film “Hugo Cabret” von Martin Scorsese und der Stummfilm “The Artist” führen mit elf beziehungsweise zehn Nominierungen das Rennen um den weltweit bedeutendsten Filmpreis an, wie die Academy of Motion Picture Arts and Sciences am Dienstag in Beverly Hills mitteilte. Der deutsche Beitrag “Pina” verpasste eine Nominierung für den besten nicht-englischsprachigen Film. Das Werk von Wim Wenders wurde aber in der Dokumentarfilmsparte bedacht.

Es wurden neun Produktionen für den Titel des Besten Films 2011 nominiert, bis zu zehn wären möglich gewesen. Neben “Hugo Cabret” und dem Schwarz-Weiß-Film “The Artist” sind dies “The Descendants”, “Extrem laut und unglaublich nah”, “The Help”, “Midnight In Paris”, “The Tree Of Life”, “Die Kunst zu gewinnen – Moneyball” und “War Horse”. Die beiden letztgenannten Produktionen sind je sechsmal nominiert, “The Descendants” und “Verblendung” erhielten je fünf Nominierungen.

Den Regie-Oscar dürften Scorsese und Michel Hazanavicius (“The Artist”) unter sich ausmachen. Aussichten auf den Preis haben zudem Woody Allen (“Midnight In Paris”), Terrence Malick (“The Tree Of Life”) und Alexander Payne (“The Descendants”).

Trotz einer Nennung weniger als “Hugo Cabret” geht “The Artist” als Gewinner aus der Nominierungsrunde hervor, da er in mehr Hauptkategorien bedacht wurde – darunter auch Nominierungen für Hauptdarsteller Jean Dujardin und Nebendarstellerin Brnice Bejo. Die historische Komödie über den Wechsel vom Stumm- zum Tonfilm hatte zuvor bereits den Golden Globe gewonnen.

Bei den Hauptdarstellerinnen gilt Meryl Streep für ihre Darstellung der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher in “Die Eiserne Lady” als Favoritin. Es ist Streeps 17. Chance auf einen Oscar. Sie baute damit ihren Rekord für die meisten Nominierungen eines Schauspielers aus. Allerdings ist sie seit 1984 sieglos geblieben.

George Clooney konnte sich über gleich zwei Nominierungen freuen: Für das adaptierte Drehbuch zu seinem Politthriller “The Ides Of March” und die Hauptrolle in “The Descendants”. Auf einen Oscar hoffen auch die Schauspieler Brad Pitt (“Die Kunst zu gewinnen – Moneyball”), Gary Oldman (“Dame, König, As, Spion”), Rooney Mara (“Verblendung”) und Michelle Williams (“My Week With Marilyn”).

Trotz der einen verpassten Nominierung zeigte sich Wenders erfreut über die Oscar-Chance in der Dokumentarsparte, seiner zweiten nach “Buena Vista Social Club”. Es “ist eine tolle Sache, zumal wir damit der erste 3D Film sind, dem diese Ehre zuteil wird”, sagte der Regisseur auf den Tag genau ein Jahr nach dem deutschen Kinostart seines Films über die verstorbene Leiterin des Wuppertaler Tanztheaters, Pina Bausch. “Pina” hatte auch den Deutschen Filmpreis und einen Europäischen Filmpreis erhalten.

Indirekt ist Deutschland beim besten nicht-englischsprachigen Film durch den polnischen Beitrag “In Darkness” vertreten, einer deutschen Koproduktion. Favorit ist aber “Nader und Simin – Eine Trennung” von dem iranischen Regisseur Asghar Farhadi.

Die traditionell starke Stellung des deutschen Nachwuchses in der Kurzfilmsparte setzte Max Zähle von der Hamburg Media School (HMS) mit seinem Abschlussfilm “Raju” fort. “Es ist unfassbar und ich bin überglücklich”, sagte der Regisseur nach Angaben der HMS. Der Film mit Wotan Wilke-Möhring handelt von einem deutschen Paar, das nach Indien reist, um ein Kind zu adoptieren. “Raju” hatte im vergangenen Jahr bereits einen Studenten-Oscar in Bronze gewonnen.

5.783 stimmberechtigte Mitglieder der Akademie haben nun vier Wochen Zeit, ihre Favoriten zu bestimmen. Die Oscars werden bei der 84. Verleihung in 24 Kategorien verliehen. Durch die Gala im Kodak Theatre führt zum neunten Mal der US-Komiker Billy Crystal (“Harry und Sally”).

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