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Opel will sich an Standortgarantien halten

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25.03.2012

Spekulationen Opel will sich an Standortgarantien halten

Spekulationen um Werk in Bochum reißen nicht ab.

Berlin/Hamburg/Bochum – Der angeschlagene Autohersteller Opel steht nach den Worten von Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke zu seinen Garantien für die europäischen Werke. „Wir haben eine klare Standortsicherung bis Ende 2014, und die gilt“, sagte der Manager der „Bild“-Zeitung.

Wie es danach weitergeht ist allerdings offen. So könnte die amerikanische Opel-Mutter General Motors (GM) einem Bericht des „Spiegel“ zufolge die Werke in Bochum und dem britischen Ellesmere Port schließen und dafür die Kapazitäten in Ländern mit niedrigeren Löhnen ausbauen.

Stracke dagegen wies Gerüchte über ein baldiges Aus der Produktion in den Werken zurück. Im Aufsichtsrat solle kommenden Mittwoch erörtert werden, wie das Geschäft profitabler gemacht werden könne. „Es steht keine Entscheidung zu Werkschließungen auf der Tagesordnung.“

Am Montag wolle sich Stracke daher mit dem Finanzausschuss des Aufsichtsrates treffen und dort die Sitzung am Mittwoch vorbereiten, sagte der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel der Nachrichtenagentur dapd. Er drohte mit massivem Widerstand gegen ein Aus für Bochum. Eine solche „dumme Entscheidung“ würde „zur teuersten Werksschließung aller Zeiten“ führen.

Dennoch plant GM offenbar, bei steigendem Absatz die zusätzlichen Fahrzeuge zu 80 Prozent in Ländern wie Polen, Russland, China, Indien, Mexiko und Brasilien zu fertigen. So könnte die Kapazität im polnischen Gliwice, wo der Astra montiert wird, um 25 Prozent erhöht werden, während die Fertigung des Zafira in Bochum spätestens 2015 geschlossen werden solle, berichtet der „Spiegel“ unter Berufung auf ein GM-Strategiepapier mit dem Titel „Global Assembly Footprint“.

Laut „Wall Street Journal“ plant GM die Schließung von ein bis zwei europäischen Werken. Nach Informationen der Zeitungen der WAZ-Gruppe hat Stracke das Kanzleramt bereits über Schließungspläne in Bochum informiert. Von der Bundesregierung hieß es dazu nur, man sei „in ständigen Gesprächen mit dem Opel-Vorstand“. Auch eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte auf dapd-Anfrage lediglich, man beobachte die Lage aufmerksam und stehe in ständigem Kontakt.

Von der Konzernmutter unter Druck gesetzt sieht Stracke sich aber nicht. „Insbesondere GM-Vorstand Dan Akerson hat mir seine uneingeschränkte Unterstützung für das Unternehmen und den Weg, den wir jetzt beschreiten, zugesagt“, sagte der Opel-Chef. „Wir sind uns völlig einig, dass die Lösungen für Opel hier in Europa erarbeitet werden müssen und nicht aus den USA Vorgaben gemacht werden.“

In der US-Zeitung „Detroit News“ wollte sich Akerson nicht zu den Schließungsgerüchten äußern. Allerdings herrsche „eine allgemeine Erkenntnis bei allen Wettbewerbern in Europa, dass es Überkapazitäten gibt – genauso wie es sie in den USA gegeben hat“, sagte der GM-Chef. „Und wir haben das noch nicht gelöst.“

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