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Bochum zittert wegen Schließungspläne

© dapd

08.02.2012

Opel Bochum zittert wegen Schließungspläne

Betriebsrat und Unternehmenssprecher verweisen auf Standortgarantie bis 2014.

Bochum/Rüsselsheim – Ein Bericht über angebliche Schließungspläne hat am Mittwoch im Bochumer Opel-Werk für Aufregung gesorgt. Auslöser war ein Bericht im “Wall Street Journal”, wonach die US-Mutter General Motors wegen “horrender” Quartalsverluste die Geduld mit dem deutschen Autobauer verliert. Nach Informationen der WAZ-Mediengruppe versuchte Opel-Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke in einer internen E-Mail, die 3.100 Mitarbeiter an dem Ruhrgebiets-Standort zu beruhigen. Derzeit gilt ohnehin noch ein Bestandsschutz für Werk und Mitarbeiter.

In der E-Mail sei davon die Rede, “dass es bis jetzt keinerlei Entscheidungen gibt, wonach Werke geschlossen, Stellen abgebaut oder Produktionsvolumen verlagert werden sollen”, heißt es dem Vorabbericht zufolge. Der Bochumer Opel-Betriebsrat Rainer Einenkel kritisierte daraufhin die Formulierung “bis jetzt” als uneindeutig. Die von der New Yorker Zeitung verbreiteten Gerüchte über eine Werksschließung seien geschäftsschädigend.

Öffentlich wollte sich Opel nicht zu dem Bericht äußern. Ein Sprecher sagte lediglich, das Unternehmen müsse “in die Lage versetzt werden, auch dauerhaft Gewinne zu schreiben”. Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug verwies auf eine Bestandsgarantie für alle Werke bis Ende 2014, auch betriebsbedingte Kündigungen seien ausgeschlossen.

Experten halten Vertragsbruch für unwahrscheinlich

Deutsche Autoexperten sehen General Motors in Europa unter Druck, glauben aber nicht an eine Schließung des Opel-Werkes in Bochum. Der Leiter des Center Automotive Research an der Universität Duisburg-Essen, Ferdinand Dudenhöffer, sagte der Nachrichtenagentur dapd, dass Opel den Vertrag über den Bestandsschutz “mit hundertprozentiger Sicherheit nicht brechen” werde. Auch Willi Diez, Professor am Institut für Automobilwirtschaft in Geislingen, sagte, er könne sich nicht vorstellen, “dass sie an das Werk herangehen”.

Stracke spricht den WAZ-Zeitungen zufolge in der E-Mail davon, dass “wir zweifellos gewisse Probleme lösen müssen”. Zu den Maßnahmen, Opel langfristig profitabel zu machen, gehöre die Optimierung der Kostenstruktur durch Ausnutzen der Möglichkeiten von Opel als Teil des weltweiten General-Motors-Verbunds.

Im “Wall Street Journal” war zu lesen, auch die Fertigung der Opel-Schwestermarke Vauxhall mit 2.100 Beschäftigten im britischen Ellesmere Port stehe auf der Kippe. “Wenn Opel gerettet wird, dann jetzt, und die Einschnitte werden tief gehen”, sagte ein nicht namentlich genannter GM-Manager dem Blatt. Im Gespräch sei die Verlagerung von Teilen der Produktion aus Korea, um Jobverluste auszugleichen.

GM hat in den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahrs 580 Millionen Dollar (438 Millionen Euro) in Europa verloren. Der US-Konzern GM schreibt dagegen hohe Gewinne, seitdem er sich in einem Insolvenzverfahren von teuren Pensionsverpflichtungen trennen und unprofitable Werke schließen konnte.

Am 16. Februar stellt der Konzern seinen Jahresabschluss vor. In dem Zeitungsbericht ist von “horrenden” Verlusten bei Opel im vierten Quartal die Rede. Die Einschnitte vor zwei Jahren seien nicht tief genug gewesen, wird der GM-Manager zitiert, “es gibt eine zunehmende Frustration” wegen Opel.

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