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Oktoberfest-Brezn soll wieder aus Neufahrn kommen

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06.04.2012

Müller-Brot Oktoberfest-Brezn soll wieder aus Neufahrn kommen

Gründer-Tochter und Bäckermeister wollen auch die Produktion kaufen.

Neufahrn – Hoffnung für die Mitarbeiter der insolventen Großbäckerei Müller-Brot: Nach der Übernahme des Filialnetzes wollen die neuen Eigentümer auch die Produktionsstätte in Neufahrn bei München kaufen, die Mitarbeiter schrittweise wieder einstellen und so schnell es geht wieder produzieren. „Wir wollen wieder backen“, sagten die Gründer-Tochter Evi Müller und der Bäckermeister Franz Höflinger am Freitag in Neufahrn. Nach Ostern sollten die Kaufverhandlungen weiter gehen.

Wenn der Kauf der Produktion klappt, wollen die neuen Eigentümer baldmöglichst die Filialen wieder selbst beliefern. Müller sagte, die Produktion sei wieder sauber und sie rechne bald mit einer Freigabe durch das Landratsamt. Vorbesitzer Klaus Ostendorf hatte die Produktion wegen massiver Hygienemängel schließen müssen und Insolvenz angemeldet.

Müller sagte, nun gelte es, das Vertrauen von Verbrauchern, Lieferanten und Pächtern wiederzugewinnen. Dieses sei zuletzt „mit Füßen getreten worden“. Sie versicherte: „Qualität und Vertrauen, das sind unsere obersten Prämissen.“

Zunächst 100 Mitarbeiter wieder einstellen

Sie und Höflinger planten, in der Fabrik „sukzessive“ die Belegschaft wieder einzustellen. „Der erste Schritt wären 100 Mitarbeiter“, sagte Müller. „Uns liegt am Standort etwas“, betonte sie. Der Kauf hänge derzeit an den „ungeklärten Eigentumsverhältnissen“. Eine für die Produktion wichtige Linie gehört noch Ostendorf.

Höflinger sagte, die Produktion solle sich künftig verändern. „Momentan ist es ja eine Brotfabrik im industriellen Stil.“ Bald solle es wieder viel handwerklicher zugehen. „Wir gehen zurück, ganz zurück zu unseren Wurzeln“, ergänzte Müller. Vor allem solle zunächst für den Direktverkauf in den Filialen gebacken werden. Müller-Brot hatte noch vor knapp einem Jahr täglich bis zu 220 Tonnen Backwaren hergestellt und große Handelsketten beliefert.

Müller-Brot solle als eigene Marke erhalten bleiben. Darin stecke „das große Potenzial und die große Kraft“, sagte Müller. Vereinzelt sollen Filialen aber auch in Höflinger oder Brioche Dorée umbenannt werden. Höflinger und Müller hatten am Donnerstag bekannt gegeben, dass sie 148 von knapp 240 Müller-Brot-Filialen kaufen. „Die sind zu retten“, sagte Höflinger, „mit denen kann man weiterarbeiten“. Nicht übernommen werden etwa Filialen, für die sich aufgrund der Entfernung eine Belieferung finanziell nicht lohnt.

Müller äußerte Bedauern darüber, dass Müller-Brot im Jahr 2003 an Ostendorf verkauft worden war. Ihr Vater, der den Verkauf damals verantwortet hatte, habe „eine ganz andere Vorstellung von Ostendorf“ gehabt. Rückblickend sei der damalige Verkauf die „größte unternehmerische Fehlentscheidung“ seines Lebens gewesen. Ungewollt habe die Familie damit den Mitarbeitern „sehr viel Leid angetan“. „Das bedauere ich zutiefst“, sagte Müller. Ihr heute 81 Jahre alter Vater sei „stolz“ und habe sich „sehr gefreut“, dass sie mit Höflinger das Unternehmen wieder zurückkaufe.

Evi Müller ist den Angaben zufolge Eigentümerin der französischen Filialkette Brioche Dorée in München und beliefert das Münchner Oktoberfest mit Brezen. Eine eigene Backstube hat sie nicht; ihre Produkte werden bei „befreundeten Bäckereien“ hergestellt. Bald soll die „Wiesn-Breze“ aber wieder bei Müller gebacken werden. Höflinger führt den gleichnamigen Familienbetrieb mit 20 Bäckereifilialen in München. Er hatte vor rund zehn Jahren seine eigene Backstube in Schwabing geschlossen und lässt ebenfalls bei befreundeten Betrieben produzieren.

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