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Biolebensmittel: Branche verlangt verlässliche Förderung

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18.01.2012

Ökolebensmittel Biolebensmittel: Branche verlangt verlässliche Förderung

Auch 2011 “kräftiges Wachstum” des Umsatzes – Bayern bietet beste Rahmenbedingungen für Ökolandbau.

Berlin – Erzeuger, Verarbeiter und Händler von Biolebensmitteln verlangen eine verlässliche Förderung des Ökolandbaus in Deutschland.

In der Bundesregierung und in vielen Ländern fehle der politische Wille, die Chancen des wachsenden Biomarktes für die Landwirte nutzbar zu machen, sagte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), am Mittwoch zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin. Nach ersten Zahlen des Verbands gab es auch 2011 wieder ein “kräftiges Wachstum im Biomarkt”.

Löwenstein sagte, die Bundesregierung habe in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel von 20 Prozent Ökolandbau festgelegt. Derzeit liege der Prozentsatz bei 6 Prozent. Die Märkte und die Verbraucher fragten die Biolebensmittel nach. “Die Politik ergreift diese ausgestreckte Hand nicht und verschläft eine Entwicklung”, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Nach Angaben des Erzeugerverbands Bioland liegt die Eigenversorgung mit Biomilch in Deutschland zwischen 70 und 80 Prozent. BÖLW-Geschäftsführer Alexander Gerber sagte, der Importanteil bei Getreide schwanke zwischen 15 und 20 Prozent. Bei Tomaten liege er sogar bei 80 Prozent. Es gebe in Deutschland ein “erhebliches Potenzial, die Produktion auszuweiten”.

Die besten Rahmenbedingungen für den Ökolandbau bietet einer Studie der Branche zufolge Bayern. Auf Platz zwei und drei folgen Baden-Württemberg und Sachsen. Schlusslichter sind Brandenburg und Schleswig-Holstein, wo die Umstellungsförderung ausgesetzt beziehungsweise ganz abgeschafft wurde.

Kriterien für das Ranking waren unter anderen die verlässliche Bereitstellung ausreichender Flächenprämien für Umstellung und Beibehaltung des Ökolandbaus sowie Angebote zu Ausbildung, Beratung und Vermarktung.

Der Eigenanteil der Bundesländer an den Flächenprämien für Umstellung oder Fortführung des ökologischen Landbaus beträgt in den alten Bundesländern 18 Prozent und in den neuen Bundesländern 8 Prozent. Der Rest übernehmen Bund und Europäische Union.

Bioland-Präsident Jan Plagge sagte, er erwarte von Bund und Ländern mehr Rückhalt. “Wir brauchen Stabilität, Verlässlichkeit, wenn wir die künftigen Herausforderungen meistern wollen.”

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft ist der Spitzenverband landwirtschaftlicher Erzeuger, Verarbeiter und Händler von Biolebensmitteln in Deutschland.

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