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Ohne Mittel und Ideen

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19.02.2012

1. FC Kaiserslautern Ohne Mittel und Ideen

Der FCK taumelt dem Tabellenende entgegen.

Kaiserslautern – Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucian Favre fand nach dem 2:1 (2:0)-Sieg seiner Mannschaft am Samstag beim 1. FC Kaiserslautern harte Worte: “Das war absolut nicht bundesligareif”, entfuhr es dem 54-Jährigen. Er meinte den nur mühsam bespielbaren Rasen im Fritz-Walter-Stadion. Es hätte aber auch das Urteil über die über weite Strecken ideenlose Darbietung der Gastgeber sein können. Nach dem frühen Rückstand durch Tore von Patrick Herrmann (9.) und Juan Arango (14.) konnten die Pfälzer lediglich in der zweiten Halbzeit überzeugen – aber erneut nur kämpferisch. Der Anschlusstreffer von Leon Jessen (63.) fiel eher in die Kategorie “Sonntagsschuss” – im Spiel nach vorne ließen die Lauterer erneut ihre Erstklassigkeit vermissen.

Die Niederlage gegen Gladbach, zusammen mit dem überraschenden Punktgewinn des SC Freiburg gegen den FC Bayern München, stürzt die Lauterer nach dem 22. Spieltag immer tiefer in den Abstiegskampf – und die Gäste vom Niederrhein auf Rang zwei. “Wir müssen sehen, dass wir mit der Leistung aus der zweiten Halbzeit die nächsten Spiele angehen und sie dann gewinnen”, rang sich ein tief enttäuschter Jan Simunek einen positiven Blick in die Zukunft ab. Gladbach musste den Sieg indes teuer bezahlen: Torschütze Herrmann musste nach einem Zusammenprall mit Florian Dick kurz vor der Halbzeit mit einer Schlüsselbeinbruch vom Feld. “Er war sehr gut drauf, es macht mich sehr traurig vor allem für ihn”, sagte Favre, der mit einer mindestens sechswöchigen Pause des U21-Nationalspielers rechnet.

Nach dem Aus von Herrmann wurden die Angriffe der Gladbacher weniger zwingend, Lautern kämpfte sich ins Spiel. Vor gut einem Jahr war Gladbach Tabellenletzter, kämpfte wie Kaiserslautern um den Klassenerhalt. “Wir wissen, wie sich der Abstiegskampf anfühlt”, sagte Igor de Camargo nach der Partie, an deren Ende der nun Tabellenzweite zwar wackelte, aber nicht stürzte. “Letztes Jahr hätten wir noch das 2:2 bekommen, wir haben als Team sehr viel dazu gelernt”, sagte Nationalspieler Marco Reus, der als Vorbereiter bei der 2:0-Führung glänzte. Juan Arango vollendete zauberhaft mit dem Außenrist ins lange Toreck. “Wir haben es leider nicht geschafft, das dritte Tor zu machen”, übte Trainer Favre sehr leise Kritik an seiner Mannschaft. Er lobte die Gastgeber und sagte: “Hier werden nicht viele Mannschaften gewinnen.”

Die Statistik stellt der Mannschaft von Marco Kurz dagegen ein schlechtes Zeugnis aus: Sein Team konnte erst zweimal auf dem berühmten Betzenberg gewinnen – die in der Vergangenheit berüchtigte Heimstärke der Pfälzer ist verloren. Insgesamt wartet der FCK zudem seit 12 Spielen auf einen Sieg. “Das sind die Fakten. Es ist alles viel, viel schwieriger als im letzten Jahr. Aber wir können ja nicht einfach aufhören”, sagte Christian Tiffert.

Auch Trainer Kurz wollte seiner Mannschaft “keinen Vorwurf machen”, er habe die gewünschte Leidenschaft gesehen, sagte der ehemalige Profi. Er versuchte alles, tauschte vor dem Spiel auf fünf Positionen, stand am Ende aber erneut mit leeren Händen da. Bereits zur Pause brachte er in Richard Sakuta-Pasu und Julian Derstroff Stürmer Nummer drei und vier, für die letzte halbe Stunde in Person von Dorge Kouemaha sogar den fünften.

An der Spielanlage änderte sich indes nichts. Kapitän Tiffert scheiterte auch an seinem 30. Geburtstag bei dem Versuch, dem Offensivspiel Ordnung zu verleihen: die Bälle flogen nur lang und weit nach vorne. Tiffert, in der vergangenen Saison noch einer der besten Vorbereiter der Liga, befindet sich in einem Tief. Zudem wird immer deutlicher, dass der über Wolfsburg nach Hoffenheim gewechselte Stürmer Srdjan Lakic nicht zu ersetzen ist. Er allein traf in der letzten Saison so oft, wie die gesamte Mannschaft bisher. Auch der weniger auffällige, aber enorm wichtige Mittelfeldakteur Ivo Ilijevic, jetzt Hamburger SV, fehlt. Magere 16 Tore stehen aus 22 Spielen zu Buche und sind Liga-Tiefstwert.

Was bleibt, ist die Hoffnung. “Wir haben einen Wahnsinnsglauben, einen wahnsinnig langen Atem und eine dicke Haut”, sprach Kurz sich Mut zu. Dann musste er schnell in die Kabine, das sollten auch seine Spieler hören.

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