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„Ohne Mutter gäbe es die Ausstellung nicht

© dapd

01.02.2012

Mario Adorf „Ohne Mutter gäbe es die Ausstellung nicht“

Schauspieler Mario Adorf wird mit Schau in Berlin geehrt.

Berlin – Die Akademie der Künste in Berlin verdankt ihre jüngste Ausstellung einer großen Mutterliebe. “Ohne meine Mutter gäbe es diese Ausstellung nicht”, sagte der Film- und Fernsehstar Mario Adorf am Mittwoch in Berlin im Akademiegebäude am Pariser Platz. Dort sollte am Abend die Ausstellung “Mario Adorf … böse kann ich auch” eröffnet werden. Auf rund 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird bis 15. April die 60-jährige Karriere des weltbekannten Schauspielers nachgezeichnet.

Alice Adorf, die ihren unehelichen Sohn aus einer Beziehung mit einem italienischen Klinikdirektor allein groß zog, hatte nach dessen ersten Theater- und Filmrollen Anfang der 50er Jahre alles gesammelt, was über Mario veröffentlicht wurde. Sie habe einen Ausschnittdienst beauftragt, der ihr alle Artikel zuschickte, erzählte der 81-Jährige. Auch wenn es 20 Abdrucke zum selben Thema gab, habe sie alle fein säuberlich aufgeklebt. Die Ausschnitte aus Zeitungen und Zeitschriften füllen denn auch einen Ausstellungsraum. Seit ihrem Tod gebe es keine neue Kritik mehr in der Sammlung, sagte Adorf, der sein Archiv 2009 der Akademie geschenkt hatte.

Daraus zeigt die Ausstellung erstmals etwa 500 Exponate wie Fotos, Rollenbücher, Briefe, Zeugnisse und Manuskripte. Präsentiert wird auch eine Auswahl aus 3.500 bislang unveröffentlichten Dias, die Adorf an seinen Drehorten anfertigte, um sie später seiner Mutter zu zeigen. Besucher können zudem 270 Minuten Filmausschnitte aus den bekanntesten Filmen Adorfs sehen. Auf 60 Theater- und über 220 Filmrollen kann Adorf zurückblicken.

Damit er eine Rolle annehme, müsse sie “Erfolg versprechend sein”, entgegnete Adorf verschmitzt auf eine entsprechende Frage. Eine Rolle müsse auf jeden Fall immer etwas mit ihm zu tun haben, sagte der 81-Jährige. Und er greife gerne in die Geschichten ein, ändere Szenen oder Texte. Diese Freiheit habe er in Europa immer genossen und sich auch deswegen gegen Hollywood entschieden.

Eigene Filmprojekte hätten allerdings bisher nicht funktioniert, sagte Adorf. So würde er gerne mal Karl Marx spielen. Seit sieben Jahren hoffe er auf solch einen Film, aber bisher habe es einfach nicht geklappt. Dafür begännen im Frühjahr die Dreharbeiten zu einer französischen Geschichte, die auf seiner Idee beruhe. Und in diesem Jahr har Adorfs neuer Film “Bettspaziergang” Premiere.

Über die Ausstellung in Berlin freut sich Adorf nach eigener Aussage sehr. Das sei eine “große Ehre” für ihn. Anfangs habe er gedacht: “Lebe ich noch? Ist das jetzt ein Nachruf?” Aber von dem Ergebnis sei er sehr beeindruckt.

Kurator Torsten Musial, Leiter des Filmarchivs der Akademie der Künste, lobt denn auch die angenehme Zusammenarbeit mit Adorf. Der habe ein fantastisches Gedächtnis und könne auf den Fotos von vor über 50 Jahren sogar noch den Kamerassistenten benennen.

Und Akademie-Präsident Klaus Staeck brachte den Beweis, dass Adorf wirklich “ein Star” sei. Während eines Ostsee-Urlaubs in Zinnowitz habe er in einem Tante-Emma-Laden ein Rätselheft mit Adorf als Titelbild gefunden. Mehr gehe nun wirklich nicht!

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