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Office 2010: Microsoft kämpft sich zurück ins Web – Interface und Online-Konzept überzeugen

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13.05.2010

Office 2010: Microsoft kämpft sich zurück ins Web – Interface und Online-Konzept überzeugen

Redmond/Wien/Berlin – Nach der gelungenen Einführung von Windows 7 holt Microsoft mit dem bevorstehenden Launch von Office 2010 zum nächsten Schlag aus. Im Mittelpunkt der neuesten Office-Version steht eindeutig das Web. Erstmals lassen sich direkt aus den Programmen heraus Dateien in der Online-Cloud speichern. Mit der gleichzeitigen Veröffentlichung kostenloser Office-Applikationen im Web unterstreicht Microsoft zudem, dass man Google das Internet nicht weiter kampflos überlassen will.

Office 2010 im Test

Einiges deutet darauf hin, dass Microsoft bei der Weiterentwicklung der traditionsbehafteten Office-Reihe gute Arbeit geleistet hat. Im pressetext-Vorabtest kann das Softwarepaket jedenfalls überzeugen. Die radikale Interface-Änderung von 2007 mit visualisiertem Menüband wurde im Wesentlichen beibehalten und findet sich nun auch bei Outlook sowie den Webapplikationen wieder. Lediglich das bunte Office-Icon im linken Eck, das unvermutet zu essenziellen Funktionen wie Drucken und Speichern führte, überlebte das Kundenfeedback nicht. Es wurde durch das altbewährte „Datei“-Menü ersetzt.

Dieses präsentiert sich dafür als übersichtliche Registerkarte, die alle wichtigen Informationen zum jeweiligen Dokument bereitstellt. Als besonders praktisch erweist sich die Druckvorschau, die direkt in die Registerkarte integriert ist und lediglich bei angehängten E-Mail-Dokumenten in Outlook streikt. Dafür werden in Outlook sämtliche Anhänge wie etwa Word-, PDF- oder Excel-Dateien anstandslos im E-Mail-Fenster angezeigt, ohne dass sie mit dem jeweiligen Programm geöffnet werden müssen. In Word wurde die Vorschaufunktion für Formatierungen auf Grafiken, Diagramme und Tabellen ausgedehnt. Diese Funktion war bisher Schriftart und Absatz vorbehalten.

Outlook erfährt größtes Update

Von der visuellen Interface-Ausrichtung profitiert in diesem Release vor allem Outlook, das endlich mit einer modernen Hülle aufwarten kann. Im Vergleich zu Mozilla Thunderbird oder Apple Mail flößen die zahlreichen im Menüband untergebrachten Funktionen einen gewissen Respekt ein. Bei näherer Betrachtung entpuppt sich das angebotene Menü allerdings als abgespeckt und durchaus übersichtlich. Die grafisch visualisierte Darstellung benötigt naturgemäß mehr Platz als herkömmliche textbasierte Menüs, verspricht gleichzeitig aber auch eine komfortablere und intuitivere Bedienung. Lobenswert ist, dass sich mit Office 2010 erstmals auch Registerkarten individuell erstellen und platzieren lassen.

Vom Funktionsumfang her zählt ebenfalls Outlook zu den Gewinnern. Im pressetext-Test erwies sich das E-Mail-Programm bei der Verwaltung und Indizierung großer IMAP-Accounts mitunter zwar als widerspenstig. Es bleibt aber zu hoffen, dass es sich dabei um Kinderkrankheiten der neuen Version handelt. Als interessantes Feature lassen sich Unterhaltungen nun automatisch aufräumen. Dabei löscht Outlook inhaltlich redundante E-Mails, etwa wenn dieselbe Information in diversen Reply-Mails ohnehin vorkommt. Lange E-Mail-Threads können auf diese Weise übersichtlich zusammengefasst werden.

Facebook und LinkedIn mit im Boot

Ist die Indizierung von Mails einmal abgeschlossen, erweist sich die Suchfunktion als leistungsstarkes Tool. Vielversprechend präsentiert sich auch die Kontaktleiste, die am unteren Bildrand angebracht ist. Neben der Verknüpfung mit dem Adressbuch hat Microsoft hier auch eine Schnittstelle zu sozialen Netzen wie LinkedIn, MySpace, Facebook und die Live-Services geschaffen. Statusupdates, Verfügbarkeit, Instant Messaging und VoIP-Anrufe fließen fortan in Outlook zusammen. Aber auch das gemeinsame Bearbeiten von Dokumenten kann über Outlook verwaltet werden.

Die Möglichkeit zur Kollaboration in Echtzeit sowie die bessere Anbindung ans Web stellen aber das eigentliche Herzstück der neuen Office-Suite dar. Während Unternehmenskunden ihre Dokumente über die Sharepoint-Plattform auf einem eigenen oder von Microsoft gehosteten Server bereitstellen können, werden Privatkunden über den kostenlosen SkyDrive-Dienst an die Cloud angebunden.

25 Gigabyte Speicherplatz online

Skydrive ist Teil der Live-Services und bietet 25 Gigabyte Online-Speicherplatz. Darüber hinaus können in Kombination mit dem neuen Office-Paket auch die bereits erwähnten Web-Apps genutzt werden, die als direkte Antwort auf Googles kostenlose Office-Applikationen Docs dienen. Die Microsoft-Applikationen kommen den Desktopversionen optisch sehr nahe und bieten vom Funktionsumfang alles, was man zum rudimentären Bearbeiten von Office-Dokumenten benötigt.

Durch die Möglichkeit, Dokumente aus der Desktop-Version heraus in die Cloud zu speichern, schafft Microsoft erstmals eine direkte Brücke zwischen der Office-Suite und der schlanken Online-Welt. Mit laut Microsoft rund 500 Mio. Office-Usern weltweit verfügt das Software-Imperium über eine gewaltige Anwenderbasis, die zumindest bisher nicht komplett auf die Offline-Welt verzichten wollte. Der symmetrische Ansatz mit gleichzeitiger Bedienung der Offline- und Online-Welt ist vielversprechend, zumal das Sichern von Dokumenten im Web direkt aus der Office-Applikation denkbar einfach gestaltet ist.

Microsoft im Online-Zeitalter angekommen

Mit Office 2010 reißt Microsoft einige selbst errichtete Schutzwälle zur Online-Welt ein, könnte letztlich aber gestärkt aus der neuen Situation hervorgehen. Denn die benutzerfreundliche und leistungsstarke Ausprägung der neuen Web-Apps könnte das etwas verstaubte Image des Desktop-Dinosauriers wieder aufpolieren und User stärker an Microsoft binden. Für Unternehmenskunden ist das neue Office ab heute, Mittwoch, verfügbar. Privat-User müssen sich noch bis Mitte Juni gedulden.

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