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Deutsche unter Todesopfern des Überfalls in Äthiopien

© AP, dapd

18.01.2012

Überfall Deutsche unter Todesopfern des Überfalls in Äthiopien

Touristen aus fünf Ländern in Gruppe – Zwei Ausländer und zwei Äthiopier entführt.

Addis Abeba – Bei dem Überfall auf Touristen in Äthiopien sind offenbar auch Deutsche getötet worden. Es habe deutsche Tote gegeben, aber bislang sei die Zahl der Opfer noch ungewiss, sagte des Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke am Mittwoch im ARD-”Morgenmagazin”. Über die Täter sei bisher nichts bekannt, es gebe allerdings die Vermutung, dass es sich um Rebellen handele.

Nach offiziellen äthiopischen Angaben wurden fünf Touristen erschossen und zwei weitere verletzt. Zwei Urlauber und zwei Äthiopier seien entführt worden, erklärte Kommunikationsminister Bereket Simon am Mittwoch. In der Gruppe seien Touristen aus Deutschland, Belgien, Österreich, Italien und Ungarn gewesen. Woher die Todesopfer stammten, sagte er nicht.

Die Angreifer seien aus dem Nachbarland Eritrea eingedrungen, sagte Simon. Eritrea wies die Vorwürfe zurück. Der eritreische Botschafter bei der Afrikanischen Union, Girma Asmerom, bezeichnete die Vorwürfe aus Äthiopien als erfunden und als “absolute Lüge”. Der Überfall sei eine interne äthiopische Angelegenheit.

Das staatliche äthiopische Fernsehen hatte am Dienstag berichtet, die überfallene Gruppe habe acht Urlauber umfasst. Die Äußerungen Berekets vom Mittwoch deuteten aber darauf hin, dass die Gruppe größer war. Sie sei am Dienstag früh um 05.00 Uhr in einem Gebiet in 20 bis 25 Kilometern Entfernung von der eritreischen Grenze überfallen worden. Die Touristen waren in der Vulkanregion Afar im Norden Äthiopiens unterwegs.

Der österreichische Außenamtssprecher Peter Launsky-Tiefenthal erklärte am Dienstagabend, möglicherweise seien zwei Gruppen mit insgesamt bis zu 22 Personen überfallen worden. Diese Zahlen seien aber nicht bestätigt. In der Region gebe es keine Infrastruktur, auch Satellitentelefone funktionierten kaum.

2007 waren in der Region Afar fünf Europäer und 13 Äthiopier verschleppt worden. Äthiopien machte das Nachbarland Eritrea, mit dem es vor der Jahrtausendwende einen blutigen Grenzkrieg führte und weiterhin ein sehr gespanntes Verhältnis hat, als Drahtzieher verantwortlich. Eritrea wies die Verantwortung einer äthiopischen Rebellengruppe zu. Alle Geiseln kamen schließlich frei. 2008 wurde die Entführung französischer Touristen vereitelt.

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