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Günther Oettinger

© Deutscher Bundestag / Lichtblick / Achim Melde

29.06.2013

Oettinger Erdgas bringt Türkei Europa näher

„Das ist ein Sieg für die EU.“

Brüssel – EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) ist der Ansicht, dass Erdgas die Türkei näher an Europa bringe, weshalb er die Entscheidung des Gasförderkonsortiums Shah Deniz, künftig Gas über das Pipeline-Projekt TAP (Trans Adriatic Pipeline) von Aserbaidschan nach Europa zu liefern, begrüßt. „Das ist ein Sieg für die EU“, sagte Oettinger der „Welt“. Das Land am Bosporus funktioniert für die TAP-Leitungen als Transitland und gewinnt dadurch auch für die EU an strategischer Bedeutung. Weil die Türkei zudem großes Interesse an europäischer und deutscher Energietechnik habe, profitierten auch die Unternehmen.

Ursprünglich hatte die EU-Kommission das Konkurrenzprojekt Nabucco wegen seines Streckenverlaufs über den Balkan favorisiert. Heute sagt Oettinger, die Route sei zweitrangig. Die TAP-Leitungen transportieren das Gas über die Türkei nach Griechenland, Albanien und von dort nach Italien. „Am Ende des Prozesses werden wir beide Leitungen haben: erst TAP und später auch Nabucco West.“ Das Hauptziel sei es, die Abhängigkeit vom Energielieferanten Russland zu verringern.

Oettinger verspricht sich zudem auch langfristige Vorteile aus der aktuellen Entscheidung. „TAP ist nur der Türöffner zu weiteren Gasfeldern aus der Region“, so Oettinger weiter. Damit würden andere Länder in der Region wie Turkmenistan und Irak ermutigt, Vertragsbeziehungen zu Europa aufzubauen. Das Gewinnerprojekt TAP steht bereits in den Startlöchern.

„Wir werden 2014 mit dem Straßenbau in Albanien beginnen“, sagt TAP-Manager Michael Hoffman der „Welt“. Die Gasleitungen sollen bereits drei Jahre später fertig sein, ab 2019 das erste Gas nach Europa fließen. „Wir rechnen mit keinen Problemen“, sagt Hoffman über mögliche Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Projekts in Transitländern, die nicht für die Effizienz ihrer Verwaltungsstrukturen bekannt sind. „Es gibt Vereinbarungen zwischen den betroffenen Regierungen, also Albanien, Griechenland und Italien“, so Hoffman. Darin seien entsprechende Standards und Zielvereinbarungen festgelegt.

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