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Deepwater Horizon

© US Coast Guard / gemeinfrei

29.04.2010

Unglück auf "Deepwater Horizon" Ölteppich weiter auf offenem Meer – Umweltkatastrophe droht

160.000 Liter Rohöl pro Tag strömen in das offene Meer.

Chauvin/Cambridge – Nach dem verheerenden Unglück der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko in der Vorwoche schwimmt ein riesiger Ölteppich vor der US-Küste. Nach dem erneut misslungenen Versuch in der Nacht auf Mittwoch, das Leck zu stopfen, strömen weiterhin 160.000 Liter Rohöl pro Tag in das offene Meer. Mittlerweile wurde in 1.500 Metern Tiefe noch ein drittes Leck entdeckt, aus dem Rohöl strömt. Aus Angst vor einer Umweltkatastrophe größeren Ausmaßes hat man mittlerweile begonnen, das schwimmende Öl anzuzünden, um so dessen Kontakt mit der Küste zu verhindern.

„Laut derzeitigen Angaben dürfte es noch zwei bis vier Wochen dauern, bis die Öffnung unter Kontrolle ist. Das heißt, das noch zusätzlich drei Mio. Liter oder mehr zu erwarten sind“, berichtet Raleigh R. Hood von der University of Maryland Center of Environmental Science. Für die Umwelt sei dies fatal, besonders wenn das Öl die Küste erreicht. „Ich denke, es könnte zu einer der schlimmsten Umweltkatastrophen werden, die die USA jemals erlebt hat“, schätzt Hood.

Marschgebiete in Gefahr

Nancy Rabalais, Direktorin des direkt an der Golfküste stationierten Marine Consortium der Louisiana University, teilt gegenüber pressetext diese Befürchtung. Es komme sehr darauf an, ob es gelingt, den Ölteppich zu entfernen bevor er die Küste erreicht. Entscheidend sei auch, wohin er sich aufgrund des Windes und Seeganges bewegt. „Bewegt sich das Öl nordwärts, trifft er auf Sandbänke. Diese können vergleichsweise gut abgetragen und entsorgt werden. Schlimmer wäre es, wenn es westwärts auf die Marschlandschaften des Mississippi-Deltas und seiner vorgelagerten Inseln trifft“, so die Expertin.

Diese Marschgebiete sind ein wichtiges Laichgebiet für Fische und Krustentiere, die am Öl ersticken könnten. Im derzeitigen Fall seien besonders das Ökosystem der Seegras-Regionen gefährdet, die man sehr schwer reinigen könne, erklärt Rabalais. „Der Ölteppich, der 2007 nach dem Zusammenstoß von zwei Bohrplattformen auf die Küsten des mexikanischen Bundesstaates Campeche trieb, überdeckte alles, was er erreichte.“

Ölteppich wird in Giftwolke verwandelt

In der Nacht auf heute, Donnerstag, hat man begonnen, den Ölteppich kontrolliert abzubrennen. Die Vorgehensweise hat erhebliche Risiken, nicht zuletzt aufgrund der giftigen Rauchgase und der zurückbleibenden Ölreste. Laut der Umweltbehörde EPA wird die Aktion abgebrochen, sobald bestimmte Grenzwerte der Luftschadstoffe überschritten werden. Schon nach dem Hurrikan Katrina hat man ausgelaufenes Öl entflammt, allerdings erst nach dessen Auftreffen auf Marschgebiete. Diese haben sich seither anscheinend wieder erholt. „Die Hoffnung, dass der Landkontakt vermieden wird, lebt jedenfalls noch weiter“, betont Rabalais.

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