Nachrichten und Schlagzeilen aus aller Welt - Politik - newsburger.de

Menschen

© über dts Nachrichtenagentur

25.07.2017

Ökonomen Populismus-Gefahr nicht gebannt

„Es gibt keinen Grund, Entwarnung zu geben.“

Berlin – Führende Ökonomen in Deutschland haben zurückhaltend auf eine Studie der Bertelsmann-Stiftung reagiert, wonach populistische Einstellungen bei deutschen Wählern derzeit nicht mehrheitsfähig seien. „Es gibt keinen Grund, Entwarnung zu geben“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, dem „Handelsblatt“ (Mittwochsausgabe).

Es sei vor allem der guten wirtschaftlichen Lage geschuldet, dass populistische Politiker und Parteien in Deutschland zurzeit wenig Zulauf hätten. Die ungewöhnlich niedrige Arbeitslosenquote, steigende Löhne und das gute Wachstum in Deutschland würden aber nicht von Dauer sein. „Eine erneute Flüchtlingskrise oder eine wirtschaftliche Abschwächung würden dem Populismus schnell wieder Nahrung geben“, warnte der DIW-Chef. „Wir sollten nicht vergessen, dass noch vor einem Jahr die AfD in Sachsen-Anhalt mehr Stimmen erhielt als die SPD.“

Fratzscher sieht als „wichtigste Ursachen“ für den Populismus die Ungleichheit bei Lebenschancen und Einkommen sowie die Sorgen der Menschen um ihre Zukunft. „Diese Sorgen sind berechtigt, denn technologischer Wandel und Globalisierung werden auch in den kommenden Jahren die Polarisierung unserer Gesellschaft verstärken, wenn die Politik nicht aufwacht und gegenlenkt“, sagte er.

Wie Fratzscher sieht auch der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, die Gefahren durch Populismus nicht gebannt. Da schon heute offenbar ein Drittel der Bevölkerung populistisch eingestellt sei, „können die Mehrheiten sich in künftigen Krisen schnell drehen“, sagte Fuest der Zeitung.

In anderen Ländern Europas, etwa in Italien, sei die wirtschaftliche Lage schlechter als In Deutschland. „Dort ist eine politische Machtübernahme populistischer Kräfte eine reale Gefahr.“ Dagegen seien hierzulande die Bedingungen für populistische politische Kräfte derzeit „denkbar schlecht“, sagte Fuest weiter.

Die Flüchtlingskrise sei in den Hintergrund gerückt, die Wirtschaft in Deutschland wachse und es herrsche quasi Vollbeschäftigung, US-Präsident Donald Trump gebe ein schlechtes Bild ab und auch in Großbritannien werde deutlich, dass der EU-Austritt erhebliche Probleme mit sich bringe. Daher sei es nicht überraschend, dass die Wähler mehrheitlich nicht zu Populisten neigten.

Weitere interessante Artikel

Unterstützen durch teilen: Sie können unsere Arbeit ganz einfach unterstützen indem Sie diesen Artikel auf einer der folgenden Social Media Plattformen teilen. Jeder geteilte Artikel hilft uns. Dankeschön!
Google+

© dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

URL zum Artikel: newsburger.de/oekonomen-populismus-gefahr-nicht-gebannt-99733.html

Weitere Nachrichten

SPD-Logo

© über dts Nachrichtenagentur

CSU-Generalsekretär SPD Schuld an Türkei-Krise

Der Generalsekretär der CSU, Andreas Scheuer, hat der SPD vorgeworfen, für die derzeitige Krise mit der Türkei verantwortlich zu sein. "Die ...

Andrej Hunko

© über dts Nachrichtenagentur

Hunko EU muss im Umgang mit Türkei „verbale Ebene verlassen“

Der europapolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Andrej Hunko, hat die Europäische Union dazu aufgefordert, im Umgang mit der Türkei "die ...

Container

© über dts Nachrichtenagentur

CDU Brok warnt vor Handelskrieg mit den USA

Der EU-Parlamentarier Elmar Brok (CDU) hat den USA vorgeworfen, sich mit der einseitigen Verschärfung der Russland-Sanktionen Wettbewerbsvorteile für ...

Weitere Schlagzeilen