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23.04.2015

Ökonom Flüchtlingen Zugang zum Arbeitsmarkt gewähren

Flüchtling zu sein, „ist kein Beruf, sondern Schicksal“.

Berlin – Vor dem EU-Sondergipfel am Donnerstag hat sich der Ökonom Klaus F. Zimmermann dafür ausgesprochen, qualifizierten Flüchtlingen Zugang zum europäischen Ausbildung- und Arbeitsmarkt zu gewähren.

„Junge, gut ausgebildete, motivierte, leistungsbereite Köpfe brauchen wir in Zukunft dringender denn je“, sagte der Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag). Zimmermann forderte die europäischen Staats- und Regierungschefs deshalb auf, die Weichen für eine Neuorientierung der Zuwanderungs- und Flüchtlingspolitik zu stellen.

„Neben kurzfristigen Maßnahmen geht es darum, unsere humanitären Verpflichtungen gegenüber Asylsuchenden einerseits und unsere europäischen demografischen Interessen andererseits in einem Gesamtkonzept zusammenzubringen“, sagte der frühere Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Flüchtling zu sein, „ist kein Beruf, sondern Schicksal“, sagte Zimmermann. Daher müsse Europa den bedrängten Menschen Schutz und eine neue Lebensperspektive bieten.

Zudem plädierte Zimmermann für die Schaffung einer Mittelmeerunion zwischen Europa und den Anrainerstaaten in Nordafrika und dem Nahen Osten. „Eine solche wirtschaftliche Partnerschaft würde den Flüchtlingsdruck auf Europa dauerhaft verringern, indem in den Krisenregionen selbst bessere wirtschaftliche und stabilere politische Verhältnisse ermöglicht werden“, sagte er.

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