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Opfer-Anwältin beklagt Ausschluss bei Gauck

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18.02.2013

NSU-Morde Opfer-Anwältin beklagt Ausschluss bei Gauck

Rechtsvertreter bei Treffen mit Bundespräsident „nicht erwünscht.“

Hamburg – Der Ausschluss der Anwälte beim Treffen der Angehörigen der NSU-Opfer mit Bundespräsident Joachim Gauck stößt bei den Juristen auf Unverständnis. Die Hinterbliebenen hätten sich gewünscht, dass deren Rechtsvertreter als Beistand mitkommen, sagte die Hamburger Strafverteidigerin Angela Wierig im dapd-Interview. Vonseiten des Bundespräsidialamtes habe es geheißen, die Anwälte seien bei dem Termin „nicht erwünscht“. „Ich fand es unmöglich“, sagte sie weiter.

Seit Ende 2011 vertritt Wierig Aysen Tasköprü, die Schwester des am 27. Juni 2001 in Hamburg von den von den Mitgliedern des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ermordeten Süleyman Tasköprü. Bundespräsident Gauck hatte sie und die anderen Angehörigen der NSU-Opfer am Montag ins Schloss Bellevue nach Berlin eingeladen.

Eine Begründung, warum sie und ihre Kollegen die Hinterbliebenen der Mordserie nicht mit nach Berlin begleiten sollen, habe es zunächst nicht gegeben, sagte sie. Ihre Mandantin sei enttäuscht, dass ihr Beistand bei dem Treffen nicht erwünscht sei. Dass es sich dabei um eine Anwältin handle, sei sekundär, sagte Wierig weiter.

Ross und Reiter sollen benannt werden

Von dem Bundespräsidenten erhofft sich die Juristin, dass er mit seiner präsidialen Macht die Aufklärung der NSU-Mordserie vorantreibe. Sie forderte die Offenlegung der Unterstützer in den staatlichen Institutionen. „Ross und Reiter sollen endlich benannt werden“, sagte Wierig.

Von vermeintlichen Entschuldigungen durch hochrangige Politiker hält sie hingegen wenig. Den Versuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor rund einem Jahr bezeichnete sie im Dezember im Gespräch mit der dapd als ein „Sich-Rein-Waschen“. „Wir sehen keinen Sinn darin, wenn sich diejenigen entschuldigen, die nichts zu entschuldigen haben“, sagte Wierig am Montag. Vielmehr wolle sie, dass sich die Verantwortlichen entschuldigen.

Dennoch plant Merkel in ein paar Monaten ein erneutes Treffen mit Tasköprü und den anderen Hinterbliebenen der NSU-Opfer. Die Gespräche seien für April oder Mai vorgesehen, hatte Regierungssprecher Steffen Seibert in der vergangenen Woche in Berlin angekündigt. Wierig steht dem schon jetzt kritisch gegenüber. Ihre Mandantin stünde nicht für den Wahlkampf zu Verfügung, sagte sie.

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