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NSU-Helfer arbeiteten offenbar eng zusammen

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02.02.2012

Zwickauer Terrorzelle NSU-Helfer arbeiteten offenbar eng zusammen

Drei inhaftierte Unterstützer beschafften gemeinsam eine Waffe.

Karlsruhe – Die mutmaßlichen Unterstützer der rechtsextremistischen Zwickauer Terrorzelle haben bei der Waffenbeschaffung offenbar eng zusammengearbeitet. So sollen der am Mittwoch inhaftierte Carsten S., der ehemalige NPD-Funktionär Ralf Wohlleben und der mutmaßliche Helfer der Terroristen, Holger G., gemeinsam an einer Waffenlieferung im Jahr 2001 oder 2002 beteiligt gewesen sein, wie die “Süddeutsche Zeitung” (Donnerstagausgabe) berichtet.

Carsten S. war am Mittwoch wegen des Verdachts auf Beihilfe zu sechs Morden und einem versuchten Mord verhaftet worden und soll nach Angaben der Bundesanwaltschaft umfassend ausgesagt haben. Das Büro von S.’ Rechtsanwalt Jacob Hösl in Köln wollte sich auf dapd-Anfrage zu den Vorgängen nicht äußern.

Die Bundesanwaltschaft hatte am Mittwoch lediglich mitgeteilt, dass der 31-jährige Carsten S. gemeinsam mit dem inhaftierten Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben dem Zwickauer Terror-Trio 2001 oder 2002 eine Schusswaffe nebst Munition verschafft haben soll. Carsten S. soll die Waffe in Jena gekauft und an Wohlleben weitergegeben haben, der “einen Kurier” mit dem Transport zu den NSU-Mitgliedern in Zwickau betraut haben soll. Laut “Süddeutsche Zeitung” soll dieser Kurier Holger G. gewesen sein, der im November 2011 festgenommen worden war. Holger G. hat laut Medienberichten von Anfang Januar bereits ausgesagt, von Wohlleben eine Waffe für die NSU-Mitglieder erhalten und sie in Zwickau übergeben zu haben.

Mit der Verhaftung von S. sitzen jetzt bereits fünf mutmaßliche Unterstützer der Terrororganisation in Untersuchungshaft. Zudem sitzt Beate Zschäpe, die Mitglied der Terrororganisation gewesen sein soll, seit dem 13. November 2011 in Haft. Insgesamt gibt es in dem Fall mittlerweile 13 Beschuldigte. Gegen mehrere weitere wird ermittelt. Die Zwickauer Terrorzelle, auch als Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) bekannt, wird von der Bundesanwaltschaft für neun Morde an Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft sowie für den Mord an einer Polizistin in Heilbronn verantwortlich gemacht.

Carsten S. soll nach Informationen der Ermittler 1999 und 2000 auch im rechtsextremistischen “Thüringer Heimatschutz” aktiv gewesen sein, zu dem auch die späteren NSU-Mitglieder Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos sowie Ralf Wohlleben und Holger G. gehört haben sollen.

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