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Nahverkehr kommt zum Erliegen

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21.03.2012

NRW Nahverkehr kommt zum Erliegen

Seit 3.00 Uhr bestreikt ver.di den öffentlichen Dienst.

Köln/Düsseldorf/Osnabrück – Wegen der Warnstreiks ist der nordrhein-westfälische Nahverkehr seit 3.00 Uhr nahezu flächendeckend zum Erliegen gekommen. Die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes legen die Arbeit nieder. „Es läuft so gut wie nichts“, sagte der Sprecher der Gewerkschaft ver.di, Günter Isemeyer, am Mittwochmorgen. Im Rheinland, Ruhrgebiet und in Westfalen stehen Busse und Straßenbahnen still.

In Düsseldorf und im Kreis Mettmann hat die Rheinbahn zwei Tochterunternehmen beauftragt, einen Notfahrplan aufrecht zu erhalten. Auch andere Nahverkehrsunternehmen unterrichten auf ihren Internet-Portalen über den Fahrplan privater Buslinien. In Bielefeld streiken die Fahrkartenkontrolleure. Die Bielefelder Busfahrer sind der Ansicht, dass sie ihren Arbeitgeber mehr schädigen, wenn sie die Kunden einen Tag kostenlos fahren lassen.

Vom Streik betroffen sind auch wieder die städtische Verwaltung, Müllabfuhren, Krankenhäuser und Kindertagesstätten. Die Arbeitnehmer fordern unverändert 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro.

Am Vormittag gibt es Großkundgebungen in Köln, Dortmund, Duisburg und Bielefeld. An der ersten Warnstreikwelle vor zwei Wochen hatten sich 55.000 Beschäftigte beteiligt. „Diese Zahl werden wir dieses Mal maßvoll erhöhen“, kündigte Isemeyer an.

In Köln wollen unter anderen Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe, der Abfallbetriebe und des Jobcenters die Arbeit niederlegen und auf die Straße gehen. Auch die Stadtmitarbeiter, Erzieher und Krankenpfleger im öffentlichen Dienst sind zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Ver.di rechnet mit rund 16.000 Demonstranten aus Köln und den Nachbarstädten. Zur zentralen Kundgebung um 11 Uhr will ver.di-Chef Frank Bsirske sprechen.

Bus- und Straßenbahnfahrer warten auch an den Dortmunder Haltestellen vergeblich. „In Dortmund fährt nichts außer den S-Bahnen“, sagte Michael Bürger, Geschäftsführer des ver.di-Bezirks Dortmund. Auch die Müllabfuhr ist vom Streik betroffen. Zum Warnstreik in der Ruhrgebietsstadt erwartet die Gewerkschaft rund 20.000 Teilnehmer. Die Streikenden ziehen von vier Standpunkten aus zum Südwall, wo die größte Kundgebung in NRW stattfindet. Der nordrhein-westfälische ver.di-Tarifkoordinator Michael Wiese hat sich als Redner angekündigt.

Auch in Duisburg bleiben Busse und Straßenbahnen in ihren Depots. Die Müllabfuhr, Straßenreinigung und Stadtwerke streiken ebenso. Insgesamt wollen sich nach ver.di-Angaben rund 10.000 Demonstranten am Protest in Duisburg beteiligen. Bei der Kundgebung am Burgplatz (Rathausplatz) in Duisburg spricht Achim Meerkamp aus dem ver.di-Bundesvorstand.

In Essen legen mit den Mitarbeitern des Öffentlichen Dienstes auch etwa 15 Pflegekräfte der Ruhrlandklinik ihre Arbeit nieder. Nur dringende Operationen werden durchgeführt. Ähnlich ist die Situation im Bochumer Knappschaftskrankenhaus, wo rund 100 Krankenschwestern und Pflegekräfte in den Arbeitskampf ziehen.

Bei der Kundgebung am Bielefelder Rathausvorplatz werden 6.500 Streikende aus Ostwestfalen und dem Münsterland erwartet. Dort spricht die nordrhein-westfälische ver.di-Landesleiterin Gabriele Schmidt. Die Teilnehmer kommen mit Ausnahme der Busfahrer aus allen Bereichen des Öffentlichen Dienstes. Sparkassenangestellte demonstrieren Seite an Seite mit Müllmännern, Krankenschwestern, Erziehern, Fahrkartenkontrolleuren und Fahrkartenverkäufern.

Im westfälischen Münster sind auch die Schleusenwärter des Wasser- und Schifffahrtsamts und die Schulhausmeister zum Streik aufgerufen. Der ver.di-Geschäftsführer des Bezirks Münsterland, Bernd Bajohr, erwartet 650 münstersche Teilnehmer bei den Kundgebungen in Bielefeld oder Dortmund.

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