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Bombenalarm in Weimar

© dapd

18.02.2013

Thüringen Bombenalarm in Weimar

28-Jähriger löst Großeinsatz aus.

Weimar – Mit vier Bombenattrappen hat ein 28-Jähriger am Montag im thüringischen Weimar die Polizei in Atem gehalten. Erst nach einem knapp dreistündigen Einsatz gab die Polizei am Mittag Entwarnung. Zuvor waren die vier verdächtigen Gegenstände von Experten gesprengt worden. Der Täter wurde in Gewahrsam genommen. Mit der Aktion wollte er angeblich auf Missstände am Arbeitsplatz und seine Überforderung aufmerksam machen.

Am Vormittag alarmierten Mitarbeiter der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KVT) die Polizei: Ihnen war gegen 9.00 Uhr ein Mann aufgefallen, der vor dem Gebäude am Weimarer Stadtrand einen Karton, einen Koffer, eine Tasche und einen Rucksack ablegte. Vor dem Karton und dem Koffer seien Autobatterien platziert und diese über Drähte mit den Behältnissen verbunden worden, berichteten sie.

Die Polizei löste daraufhin Bombenalarm aus. Etwa 100 Mitarbeiter der KVT sowie eines benachbarten Unternehmens mussten ihre Arbeitsplätze verlassen, weitere Beschäftigte in einem rückwärtigen Raum des Gebäudes Schutz suchen. Zudem wurden Teile eines Alten- und Pflegeheims geräumt.

„Missstände am Arbeitsplatz“

Die Räumungen verliefen nach Angaben eines Polizeisprechers ruhig und dauerten etwa 30 Minuten. Es habe keine Panik gegeben, „auch wenn das freilich für niemanden schön ist.“ Insgesamt sei ein Areal von etwa 300 Metern Radius um die verdächtigen Gegenstände abgesperrt worden.

Gut zweieinhalb Stunden nach dem ersten Anruf entschlossen sich die Spezialisten dann, die Pakete mithilfe eines Roboters zu sprengen. Später hieß es, es seien „verschiedene Gegenstände“ in den vier Behältnissen gefunden worden – darunter eine alte Kamera und Fotozubehör, leere Verpackungen, Glas und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Sprengstoff sei nicht dabei gewesen. Dennoch handele es sich um „mehr als einen Dumme-Jungen-Streich“.

Noch während sich die Polizei um die Untersuchung der Attrappen kümmerte, nahmen Beamte einen 28 Jahre alten Tatverdächtigen in Gewahrsam. Es handele sich dabei um einen Mann aus Erfurt, der bei der KVT arbeitet, teilte der Leiter der Polizeiinspektion Weimar, Ralf Kirsten, mit.

Der 28-jährige Verdächtige sagte später aus, er habe mit der Aktion auf Missstände am Arbeitsplatz und seine Überforderung aufmerksam machen wollen. Mit seiner Zustimmung wurde der Mann in eine psychiatrische Einrichtung eingeliefert.

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