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Nordkoreas Rakete wirft Schatten auf Atomgipfel

© AP, dapd

27.03.2012

Seoul Nordkoreas Rakete wirft Schatten auf Atomgipfel

Internationale Gemeinschaft macht Druck auf Pjöngjang.

Seoul – Nordkoreas Pläne zum Abschuss einer Langstreckenrakete haben am Dienstag den Atomgipfel in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul überschattet. US-Präsident Barack Obama und sein südkoreanischer Kollege Lee Myung Bak riefen China auf, mäßigend auf die kommunistische Führung in Pjöngjang einzuwirken. Lee und der italienische Ministerpräsident Mario Monti forderten Nordkorea nach einem Treffen am Dienstag auf, den geplanten Start abzusagen.

Zuvor hatte Pjöngjang angekündigt, mit einer Langstreckenrakete einen Satelliten ins All zu bringen. Die USA verstehen die Pläne als Versuch, atomwaffenfähige ballistische Raketen weiterzuentwickeln. Die südkoreanische Regierung teilte mit, sie erwäge, die nordkoreanische Rakete abzuschießen, sollte sie ihren Luftraum verletzen. Bundesaußenminister Guido Westerwelle kritisierte den Vorstoß Pjöngjangs als nicht hinnehmbare Provokation.

Auch Japan verurteilte den geplanten Raketenabschuss. „Nordkoreas Raketenstart unter dem Deckmantel eines Satelliten, wie zuletzt angekündigt, steht den Bemühungen der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen die Verbreitung von Waffen entgegen“, hieß es in einer Stellungnahme von Ministerpräsident Yoshihiko Noda.

Auf dem Gipfel in Seoul rang die internationale Gemeinschaft unterdessen um eine Einigung für die bessere Sicherung von Nuklearmaterial. Obama warnte am Dienstag vor der anhaltenden Gefahr durch nuklearen Terrorismus: „Die Bedrohung ist weiter da.“

Der chinesische Präsident Hu Jintao rief die Konferenzteilnehmer dazu auf, „sich dem Kampf gegen nukleare Weiterverbreitung und gegen die Wurzeln des Atomterrorismus‘ zu verpflichten.“ Westerwelle warb dafür, nicht nur atomwaffenfähiges Material in den Blick zu nehmen, sondern auch zivil genutzte Substanzen aus Medizin und Forschung besser zu sichern.

Staats- und Regierungschefs sowie Außenminister aus mehr als 50 Ländern berieten in Seoul über Wege, um ungeschütztes Nuklearmaterial weltweit zu sichern und den illegalen Handel damit einzudämmen. 2010 hatte es auf Obamas Initiative hin bereits ein erstes Gipfeltreffen dieser Art in Washington gegeben. Damals gaben die Teilnehmerländer das Ziel aus, innerhalb von vier Jahren jegliches atomwaffenfähiges Material auf der Welt zu sichern.

Die Sicherheit der Welt hänge in dieser Frage vom Handeln der internationalen Gemeinschaft ab, mahnte Obama. Keine Nation könne allein mit dieser Herausforderung fertig werden.

Westerwelle sprach von einer globalen Herausforderung. In Zeiten von Globalisierung und internationalem Terrorismus könne die mangelnde Sicherung von Nuklearmaterial in einem einzigen Land die Sicherheit vieler Staaten beeinträchtigen. „Die Weltgemeinschaft ist entschlossen, nukleare Risiken weiter zu reduzieren.“

Der deutsche Chefdiplomat mahnte dabei, die Bemühungen nicht auf die Sicherung von atomwaffenfähigem Material zu beschränken. Auch zivil genutzte Substanzen seien eine Gefahr und könnten für „schmutzige Bomben“ missbraucht werden, warnte Westerwelle. Weniger als zehn Staaten seien im Besitz von Kernwaffen, nur etwa 30 Länder betrieben Atomkraftwerke, aber fast überall auf der Welt gebe es andere Strahlenquellen – in Medizin, Forschung und Industrie. Dieses Material müsse genauso geschützt werden wie etwa gefährliche Abfälle aus Kernkraftwerken.

Die Bundesregierung hatte zur Sicherung solcher radioaktiver Quellen ein Papier in die Gipfelverhandlungen eingebracht und für das Abschlussdokument durchgesetzt. Westerwelle sagte, die Initiative habe viel Unterstützung gefunden.

Die beteiligten Staaten bekennen sich in dem Entwurf zu ihrem Ziel, bis 2014 jegliches atomwaffenfähiges Material auf der Welt zu sichern. Neben dem neuen Fokus auf zivil genutzte Substanzen soll auch der Schutz beim Transport von radioaktivem Material verbessert werden, ebenso die Instrumente der nuklearen Forensik, die es möglich machen, die Herkunft solcher Materialien nachzuverfolgen. Mehr als Willensbekundungen liefert das Abschlussdokument aber nicht. Die Bemühungen sind ausdrücklich freiwillig.

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