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Das gefährliche Spiel des Kim Jong Un

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02.04.2013

Nordkorea Das gefährliche Spiel des Kim Jong Un

USA nehmen Drohgebärden Nordkoreas sehr ernst.

Washington – Machthaber Kim Jong Un rasselt mit dem Säbel und die ganze Welt schaut besorgt nach Nordkorea. Der 30-Jährige, der das Waffenstillstandsabkommen mit Südkorea aufkündigte und den USA mit Angriff drohte, ist alles andere als ein erfahrener Krisenmanager. „Ich fürchte vor allem, dass er keine ‚Auslaufstrecke‘ hat, um die Spannungen wieder abklingen zu lassen“, sagt David Maxwell vom Zentrum für Strategische Studien an der Georgetown-Universität in Washington. Die US-Regierung nimmt die nordkoreanischen Drohungen auf alle Fälle sehr ernst, wie ein Sprecher am Montag versicherte.

Dabei erwartete die internationale Gemeinschaft von Kim Jong Un, der nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Dezember 2011 an die Macht kam, zunächst eine Öffnung. Hatte der Machthaber in dritter Generation doch in der Schweiz eine Privatschule besucht und galt als Fan der Basketballmannschaft Chicago Bulls. Seine modisch gekleidete Frau schien zudem das Ende der alten Uniformriege einzuläuten.

Doch Kim folgt weiter dem 60 Jahre alten Drehbuch seines Vaters und Großvaters, das mit massivem Druck das Bündnis zwischen Südkorea und den USA aufbrechen will. Das kommunistische Nordkorea schürt die Spannungen mit dem Nachbarn im Süden besonders gerne, wenn dort Veränderungen im Gange sind. Das war beispielsweise im Februar der Fall, als Park Geun Hye erste Staatschefin Südkoreas wurde.

Nordkorea bis an die Zähne bewaffnet

Der junge Kim könnte nach Ansicht von Experten mit seinen Drohgebärden auch versuchen, sein Ansehen im Land aufzubessern, wo die 24 Millionen Einwohner unter Hunger und Unterdrückung leiden. „Man hofft, dass er versteht, dass er ein wirklich gefährliches Spiel spielt, denn es gibt nicht nur das einheimische Publikum, sondern auch das internationale Publikum, das sieht und hört und zunehmend besorgt über sein Verhalten ist“, sagt Jennifer Lind vom Dartmouth College in New Hampshire.

Kein Wunder, dass die internationale Gemeinschaft besorgt ist, denn Nordkorea ist bis an die Zähne bewaffnet. Gut eine Million Soldaten, 20.000 gepanzerte Fahrzeuge und Artillerie sowie eine Million Landminen sind gegen den Feind gerichtet, wie das Internationale Institut für Strategische Studien (IISS) in London auflistet. Die südkoreanische Hauptstadt Seoul mit ihren zehn Millionen Einwohnern liegt nur rund 40 Kilometer von der entmilitarisierten Zone entfernt und damit durchaus noch in Reichweite der nordkoreanischen Artillerie.

Doch die Zahlen allein sagen nicht alles über die Schlagkraft der nordkoreanischen Armee aus. Denn: mehr als die Hälfte des Waffenarsenals stammt aus den 60er und 70er Jahren, wie Korea-Experte Peter Hayes vom kalifornischen Nautilus-Institut weiß. „Die Kurz- und Mittelstreckenraketen stehen im Ruf der Unzuverlässigkeit und sind sehr ungenau“, schrieb Hayes vor zwei Jahren in einem Bericht. Die USA, denen Kim mit einem Angriff drohte, können die nordkoreanischen Raketen gar nicht erreichen.

USA haben 28.500 Soldaten in Südkorea

Rund 28.500 Soldaten haben die USA in Südkorea stationiert. Dazu kommen noch einmal 38.000 in Japan und auf dem Stützpunkt Guam im Pazifik. Bei dem jährlichen Manöver, das noch bis Ende April dauert, schickten die USA atomwaffenfähige B2-Bomber nach Südkorea.

Beide Seiten lassen also die Muskeln spielen, doch dass es tatsächlich zum offenen Konflikt kommt, ist nach Ansicht von Experten eher unwahrscheinlich. „Die Wahrscheinlichkeit eines Krieges ist nach wie vor recht gering angesichts des großen Risikos, das beide Seiten eingehen, wenn die Dinge eskalieren“, bemerkt Hayes. Und seine Kollegin Lind ergänzt, Kim verstehe wohl, „dass der Beginn eines Krieges selbstmörderisch wäre“.

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