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Neun Deutsche bei Australian Open in zweiter Runde

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17.01.2012

Tennis Neun Deutsche bei Australian Open in zweiter Runde

Lisicki, Kerber und Petzschner gewinnen ihre Auftaktspiele.

Melbourne – Die Quote stimmt, aber das Erfolgserlebnis zum Abschluss der ersten Runde bei den Australian Open blieb den deutschen Tennisprofis versagt. Immerhin neun von 15 angetretenen Deutschen erreichten in Melbourne die zweite Runde. Dass es nicht doch zehn wurden, lag an Lleyton Hewitt. Der australische Altmeister kämpfte am späten Dienstagabend Cedrik-Marcel Stebe aus Mühlacker nieder und ersparte damit seinen Landsleuten einen weiteren Nackenschlag. Zuvor war die US-Open-Siegerin Samantha Stosur überraschend an der Rumänin Sorana Cirstea mit 6:7 (2:7), 3:6 gescheitert.

Am Montag hatten schon Philipp Kohlschreiber, Tobias Kamke, Andreas Beck, Tommy Haas, Julia Görges und Mona Barthel ihre Auftaktspiele gewonnen. Am Dienstag zogen Philipp Petzschner, Sabine Lisicki und Angelique Kerber nach. Vor einem Jahr waren beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres von 17 Deutschen nur sechs weitergekommen.

Erleichtert ließ sich der mit einer Wildcard ausgestattete Hewitt nach den 3:58 Stunden Spielzeit auf den Boden fallen. Zum 7:5, 6:4, 3:6, 7:5-Sieg über den 21 Jahre alten Stebe hatten den leidenschaftlichen Kämpfer die 15.000 Zuschauer in der Rod-Laver-Arena getrieben. “Er hat gut gespielt und die Fans haben ihn am Schluss getragen”, sagte Stebe. Trotz der Niederlage, die auch der ihm unvertauten Atmosphäre geschuldet war, bezeichnete der 83. der Weltrangliste das Flutlichtspiel gegen die ehemalige Nummer eins als “Supererlebnis”. Die neue Erfahrung werde ihm für die Zukunft helfen.

Für Sabine Lisicki wäre es ein Leichtes gewesen, die Schuld für ihre großen Probleme gegen die Schweizerin Sabine Vögele bei Wind (starke Böen) und Wetter (33 Grad im nicht vorhandenen Schatten) zu suchen. Schließlich sind die scharf und gerade geschlagenen Bälle der Weltranglisten-15. besonders windanfällig. Die Berlinerin aber sagte: “Die Bedingungen war für beide gleich schwer. Ich habe nicht mein bestes Tennis gespielt, entscheidend aber war, dass ich mit ganzem Herzen gekämpft habe.” Sie trifft am Donnerstag auf die Israelin Shahar Peer.

Lisicki hatte den ersten Satz schnell mit 6:2 für sich entschieden. Dann schlichen sich bei der Frau, die nach langer Verletzungspause binnen eines Jahres mehr als 100 Plätze gutgemacht und das Halbfinale in Wimbledon erreicht hatte, viele Fehler ein. Den zweiten Satz gab Lisicki mit 4:6 ab, den entscheidenden dritten aber sicherte sie sich nach 2:19 Stunden mit 6:4 – und damit das Match.

Wenig Mühe hatte US-Open-Halbfinalistin Angelique Kerber. Die Kielerin setzte sich mit 6:1, 6:3 gegen die Bojana Bobusic aus Australien durch. Nächste Gegnerin der Weltranglisten-30. ist die Kanadierin Stephanie Dubois.

Philipp Petzschner war nicht wirklich enttäuscht, dass er eine Chance, “die man wohl nur einmal im Leben bekommt”, nicht genutzt hatte: 6:0, 6:0, 6:2 hieß es am Ende gegen gegen den Tschechen Lukas Rosol, es hätte auch dreimal die Null geben können. Ein bisschen wurmte es den Bayreuther doch, dass er sich im dritten Satz eine Konzentrationsschwäche geleistet hatte, die einen Eintrag in die Geschichtsbücher verhinderte. Bislang ist nur fünf Spielern bei Grand-Slam-Turnieren ein 6:0, 6:0, 6:0-Sieg gelungen, darunter dem Schweden Stefan Edberg. 1987 verpasste er in Wimbledon seinem Landsmann Stefan Eriksson einen “Triple Bagel”. Eriksson ist jetzt Petzschners Coach, was den Ehrgeiz des 27-Jährigen zusätzlich weckte. “Ich habe im dritten Satz daran gedacht”, gab Petzschner zu. Der zweimalige Grand-Slam-Sieger im Doppel wertete seine Vorstellung als “beinahe das perfekte Match, das beste, das ich je gespielt habe.” Nächster Gegner ist der hoch gehandelte und an Nummer 23 gesetzte Kanadier Milos Raonic.

Philipp Petzschner führt seine gute Form auf seinen Wechsel in die “Tennis-Base” Oberhaching zurück, wo auch Kohlschreiber und der derzeit verletzte Florian Mayer trainieren. “Wir pushen uns gegenseitig im Training, das habe ich vorher unterschätzt.”

Zur Trainingsgruppe gehört auch Matthias Bachinger. Für den Münchner reichte es aber nicht, über Runde eins in Melbourne hinauszukommen. Der Weltranglisten-89. verlor gegen den US-Amerikaner Ryan Sweeting 4:6, 4:6, 2:6. Auch für Kristina Barrois aus Ottweiler ist das Turnier zu Ende. Sie verlor gegen die Holländerin Michaella Krajicek 3:6, 6:7 (13:15).

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