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Nerlinger hakt die Meisterschaft ab

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03.03.2012

FC Bayern München Nerlinger hakt die Meisterschaft ab

Nach 0:2 in Leverkusen – „Müssen nicht davon reden“ – Dritter Leverkusener Sieg in Serie.

Leverkusen – Arjen Robben und Co. flüchteten in Windeseile in die Kabine, Uli Hoeneß saß mit versteinerter Miene auf der Tribüne, und Sportdirektor Christian Nerlinger hakte gar schon die Meisterschaft ab. Nach dem 0:2 (0:0) bei Bayer Leverkusen und dem nächsten Rückschlag im Titelrennen der Fußball-Bundesliga herrschte bei Bayern München Untergangsstimmung. „Nach dem heutigen Tag müssen wir sicherlich nicht von der Meisterschaft reden. Wir schreiben sie zwar nicht ab, aber beschäftigen uns damit auch nicht. Wir müssen erst einmal unsere Auswärtsbilanz verbessern“, sagte Nerlinger.

Auch Jupp Heynckes war nach seiner enttäuschenden Rückkehr an die alte Wirkungsstätte sichtlich bedient. „Das ist eine riesige Enttäuschung für uns. Als Verlierer hat man nur wenig Argumente“, sagte Heynckes, der einer wohl bevorstehenden Diskussion um seine Person gelassen entgegen blickt: „Wer Trainer beim FC Bayern ist, muss mit solchen Situationen umgehen. Da muss man gelassen und souverän mit umgehen. Ich denke, dass ich dazu die Erfahrung habe.“

Rückendeckung erhielt der 66-Jährige von Nationalspieler Toni Kroos. „Eine Trainerdiskussion wäre fehl am Platz. Wir haben noch viele entscheidende Spiele“, sagte Kroos, während Präsident Uli Hoeneß und der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge wortlos die BayArena verließen.

Den Bayern dürften mal wieder unruhige Tage ins Haus stehen. Mehr und mehr drohen die Münchner den Anschluss zu Spitzenreiter Borussia Dortmund zu verlieren. Gegen die wiedererstarkten Leverkusener setzte es in einem packenden Bundesligaspiel bereits die sechste Niederlage in der laufenden Saison. Dazu droht gegen den FC Basel nach dem 0:1 im Achtelfinal-Hinspiel auch noch das Aus in der Champions League.

Erleichtert war dagegen Leverkusens Trainer Robin Dutt, der nach einer bislang so enttäuschend verlaufenen Saison womöglich doch noch die Kurve bekommt. „Ich habe den Aufwärtstrend bereits vor ein paar Wochen kommen sehen, vielleicht glaubt es jetzt jeder“, sagte Dutt nach dem dritten Sieg in Serie.

Und der Erfolg gegen Bayern war fast schon ein wenig historisch. Nach 14 erfolglosen Versuchen gab es den ersten Sieg gegen den Rekordmeister seit dem vom 28. August 2004 (4:1). So dürfen die Leverkusener, die mit 40 Punkten weiter auf einem Europa-League-Platz liegen, mit einem Erfolg im Gepäck die Reise zum Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League beim FC Barcelona am Mittwoch antreten.

Andre Schürrle freute sich, mal wieder die Bayern geschlagen zu haben: „Ich hatte es mit Mainz ja schon zweimal geschafft, aber es ist immer wieder schön.“ Robin Dutt analysierte, seine Elf habe in den ersten 45 Minuten große Schwierigkeiten gehabt: „Wir haben dann in der Halbzeit auf 4-4-2 umgestellt. Was für eine Klasse die Mannschaft hat, hat man dann gesehen.“

Dabei hatten die Bayern vor 30.210 Zuschauern in der ausverkauften BayArena ähnlich wie im Schalke-Spiel am vergangenen Sonntag (2:0) einen furiosen Start hingelegt. Doch beste Chancen, wie etwa durch David Alaba (2.), Arjen Robben (13.), Thomas Müller (36.) oder Mario Gomez (40.), blieben ungenutzt.

Als Heynckes dann alles auf eine Karte setzte und auch den angeschlagenen Superstar Franck Ribery – der Mittelfeldspieler hatte im Länderspiel gegen Deutschland (2:1) einen Pferdekuss erlitten – ins Spiel brachte, schlug Bayer zu. Erst traf Stefan Kießling nach einem Fehler von Nationaltorhüter Manuel Neuer (79.), dann sorgte Karim Bellarabi mit seinem ersten Bundesliga-Tor nach einem Konter für die Entscheidung (90.).

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