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Alternative für Deutschland AfD

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09.05.2014

Nazi-Vergleich AfD bittet Zentralrat der Juden um Entschuldigung

In beiden Fällen gehe es um völlig indiskutable Vergleiche.

Berlin – Die Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat den Zentralrat der Juden in Deutschland offiziell um Entschuldigung für Entgleisungen zweier AfD-Kommunalpolitiker gebeten. Den Anlass hierzu gaben ein stellvertretender Kreisvorsitzender aus Rheinland-Pfalz und der Sprecher der AfD Essen. Beiden wird vorgeworfen, die Situation der AfD-Mitglieder mit der Judenverfolgung im Dritten Reich verglichen zu haben.

Mit Betroffenheit habe die Partei zur Kenntnis nehmen müssen, dass sich zwei ihrer Mitglieder in unvertretbarer Weise öffentlich geäußert hätten. „In beiden Fällen geht es um völlig indiskutable Vergleiche zwischen den heutigen Angriffen politischer Gegner auf unsere Wahlkämpfer und den Pogromen in der Nazizeit. Das Geschehen wird nicht dadurch akzeptabler, dass der eine der Veranlasser selbst Jude ist“, zitiert die „Welt“ aus dem Brief an Dieter Graumann, den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Die Alternative für Deutschland verurteile derartige Vergleiche mit der Nazizeit, „weil sie geeignet sind, die damaligen Geschehnisse zu verharmlosen“. Der Vergleich müsse den Opfern des Holocaust und ihren Hinterbliebenen „wie eine Verhöhnung vorkommen“. Und wörtlich: „Wir bitten alle unsere jüdischen Landsleute, vertreten durch den Zentralrat der Juden in Deutschland, um Entschuldigung und gleichzeitig um Nachsicht für Menschen, die unverschuldet – wie alle rund 20.000 Parteimitglieder – sich seit Wochen in einer sehr schwierigen Belastung befinden.“

Parteichef Bernd Lucke distanzierte sich ausdrücklich von diesem „völlig unpassenden Vergleich“. „Das Leid der Juden im Dritten Reich ist nicht im mindesten vergleichbar mit den Übergriffen, denen die AfDler derzeit ausgesetzt sind“, sagte er der „Welt“. „Die AfD entschuldigt sich bei den Mitbürgern jüdischen Glaubens, die sich durch diesen unangemessenen Vergleich verletzt fühlen.“

Konkret geht es zum einen um einen Facebook-Post. Auf einem privaten Facebook-Account hatte ein Parteimitglied vor wenigen Tagen einen Judenstern mit AfD-Zeichen gepostet. In Essen verglich der dortige AfD-Sprecher das Vorgehen der Antifa mit den Methoden der NSDAP.

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