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Rainer Wendt

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28.02.2015

Nach griechischer Drohung Wendt bringt Rauswurf aus Schengen-Raum ins Spiel

Wendt riet auch, die Politik solle sich zunächst nicht provozieren lassen.

Berlin – Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, hat drastische Konsequenzen gegen Griechenland – wie einen Rauswurf des Landes aus dem Schengen-Raum – ins Spiel gebracht, sollte der griechische Vize-Innenminister Giannis Panousis seine Drohung wahrmachen und bis zu 500.000 illegale Immigranten in andere europäische Länder weiterschicken.

„Mit Flüchtlingen zu drohen, zeigt ein Menschenverständnis, das in der Wertegemeinschaft der EU eigentlich nichts zu suchen hat, so reden eigentlich nur politische Extremisten“, sagte Wendt dem „Handelsblatt“ (Onlineausgabe).

„Wenn die Drohungen dieses griechischen Ministers tatsächlich auch realisiert würden, müssten die europäischen Regierungen sicher rasch handeln und sowohl die unverzügliche Aufnahme von Grenzkontrollen für Reisen aus Griechenland in die EU als auch den Rauswurf Griechenlands aus der Schengen-Zone erwägen.“

Wendt riet allerdings auch, die Politik solle sich zunächst nicht provozieren lassen. „Die politische Laienspielgruppe an der Spitze Griechenlands scheint sich noch nicht als wirklich ernst zu nehmende Regierung eines seriösen Staates gefunden zu haben.“

Panousis hatte diese Woche im Fernsehsender „Skai“ eine stärkere Unterstützung von anderen EU-Ländern bei der Versorgung von Flüchtlingen gefordert und angekündigt: „Wenn die Europäer nicht verstehen, was wir ihnen sagen, werden wir Reisedokumente an 300.000 Migranten verteilen, die dann Europa überfluten.“

Im griechischen Rundfunk hatte Panousis auch die Zahl von 500.000 Flüchtlingen genannt, die weitergeschickt werden könnten. Das wären in etwa alle illegalen Immigranten, die sich Schätzungen zufolge derzeit in Griechenland aufhalten.

Wendt erklärte dazu, dass der Minister auf ein Problem hinweise, das nicht nur mit Griechenland zu tun habe. Es gehe um die „Unfähigkeit und Unwilligkeit mancher südlicher Anrainerstaaten der EU, ihre Verpflichtungen aus den getroffenen Abkommen auch zu erfüllen, Flüchtlinge menschenwürdig aufzunehmen und zu behandeln und Asylverfahren nach rechtsstaatlichen Regeln abzuarbeiten“, sagte der Polizeigewerkschafter.

„Es war eben ein großer Fehler zu glauben, man müsse dies nur schriftlich vereinbaren, finanzielle Mittel bereitstellen und dann würde das schon funktionieren. Wieder einmal ist Politik an der Realität gescheitert.“

Wendt betonte, dass der Schengen-Verbund nur dann ein erfolgreiches Konzept sei, wenn alle Beteiligten sich daran hielten. „Es ist eine wertvolle Grundlage für europäische Zusammenarbeit“, sagte er. Denn es ermögliche nicht nur einen „umfangreichen“ Datenaustausch, sondern regle auch Probleme, die sich beispielsweise aus Wanderungsbewegungen und sozialen Verwerfungen ergeben. Und es helfe nicht zuletzt auch, die Gefahrenabwehr und die Kriminalitätsbekämpfung „effektiver“ zu organisieren.

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