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Inga Gehricke

© Polizei Stendal

26.04.2017

Mutter der vermissten Inga „Mein Gefühl sagt mir, sie ist noch am Leben“

Bis heute wird nach Inga gesucht.

Hamburg – Vor zwei Jahren verschwand ihre fünfjährige Tochter Inga während eines Familienausflugs spurlos. Victoria und Jens-Uwe Gehricke sprechen im Hamburger Magazin stern erstmals über diesen Schicksalsschlag – und ihren unterschiedlichen Umgang damit.

Es war der 2. Mai 2015, als ihr Leben komplett aus den Fugen geriet. Victoria und Jens-Uwe Gehricke wollten an diesem Tag mit ihren vier Kindern Freunde auf dem Wilhelmshof treffen, einer Einrichtung der Diakonie, 30 Kilometer westlich von Stendal. Am frühen Abend, in einem Zeitfenster von nur zehn Minuten, verschwand ihre Tochter Inga. Seither fehlt von dem Mädchen jede Spur.

Im Gespräch mit dem stern, dessen neuen Ausgabe an diesem Donnerstag erscheint, wird deutlich, wie unterschiedlich Ingas Eltern mit der Ungewissheit umgehen. „Mein Gefühl sagt mir, sie ist noch am Leben“, sagt Victoria Gehricke, die Mutter. „Ich habe nichts gefunden, was für einen guten Ausgang sprechen könnte, so sehr ich mir den auch wünsche“, sagt Jens-Uwe Gehricke, der Vater. „Die Hoffnung, dass sie gefunden wird, habe auch ich immer noch. Aber die Hoffnung, dass sie lebend zurückkommt, geht bei mir gegen null.“

Bis heute wird nach Inga gesucht, bis heute gibt es nicht den kleinsten Hinweis auf den Verbleib des Mädchens. Rund 2000 Spuren sind die Ermittler nachgegangen – keine führte zu Inga. Das war auch der Grund für die Eltern, erstmals ein Interview zu geben. „Vielleicht gibt sich ja doch jemand einen Ruck und sagt, ich habe etwas gesehen. Vielleicht sogar jemand aus dem direkten Umfeld des Täters“, sagt Jens-Uwe Gehricke.

Im Gespräch mit dem stern schildern die Eltern detailliert, wie der Tag ablief. Jens-Uwe Gehricke hatte seine Tochter noch kurz vor ihrem Verschwinden auf dem Fußweg gesehen, der vom Haus der Freunde zum Grillplatz am Waldesrand führt. Inga trug zwei großen Wasserflaschen, sie wollte mithelfen bei den Vorbereitungen für ein Grillfest. Kurz darauf wurde sie noch einmal von zwei anderen Kindern beobachtet, als sie sich auf den Rückweg Richtung Haus machte. Das war gegen 18.30 Uhr. Was dann passierte, weiß bis heute niemand. Jens-Uwe Gehricke: „Bis zum Haus waren es nur 100 Meter. Aber dort kam sie nie an.“

Tagelang wurde das riesige Waldgebiet rund um den Wilhelmshof abgesucht. Und auch später immer wieder. „Den Gedanken, es könnte sie jemand entführt, sich an ihr vergangen haben“, wollte Ingas Mutter zunächst „nicht groß werden“ lassen. „Ich dachte: Sie finden mein Kind bestimmt, es ist bloß eine Frage der Zeit“, erinnert sich Victoria Gehricke an die erste Zeit nach dem Verschwinden des Kindes. Dann stieg aber doch die Furcht in ihr hoch, Inga könnte von jemand mitgenommen worden sein. „Man misstraut in dem Moment allen.“

In dem Gespräch sprechen die Eltern außerdem darüber, wie sie versuchten, Ingas Geschwister vor ausufernden Fantasien zu schützen und wie ihnen Therapeuten und Freunde halfen.

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