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Mutmaßliche somalische Piraten stehen in Hamburg vor Gericht

Hamburg – Vor dem Landgericht Hamburg hat am Montag der Prozess gegen zehn mutmaßliche somalische Piraten begonnen. Das Verfahren stellt in zweifacher Hinsicht eine Besonderheit dar: Es ist der erste Prozess um eine Schiffsattacke vor dem Horn von Afrika in Deutschland und zugleich der erste Piraten-Prozess seit 400 Jahren in Hamburg.

Die Anklage lautet auf Angriff auf den Seeverkehr und erpresserischen Menschenraub. Den Männern im Alter von etwa 17 bis 48 Jahren wird zur Last gelegt, im April dieses Jahres am Horn von Afrika einen Überfall auf das Hamburger Frachtschiff „Taipan“ verübt zu haben. Die 15-köpfige Besatzung, darunter Deutsche, Russen und Sri Lanker, konnte sich in einen Schutzraum retten und einen Notruf absetzen. Rund vier Stunden später haben niederländische Marine-Soldaten die Seeräuber dann festgenommen.

Zu Beginn des Prozesses wiesen die Verteidiger auf juristische Probleme des Verfahrens hin, unter anderem sei zu prüfen, ob die Festnahme der Angeklagten durch die Niederländer rechtens gewesen sei. Ein Teil der Verteidiger forderte, die Öffentlichkeit von der Verhandlung auszuschließen, da Jugendliche und Heranwachsende unter den Angeklagten seien.

Streit gibt es um das Alter des jüngsten der mutmaßlichen Piraten. Dieser ist nach eigenen Angaben erst 13 Jahre alt und wäre damit nicht strafmündig. Die Staatsanwaltschaft hält ihn aufgrund eines Gutachtens jedoch für älter. Eine genaue Klärung erweist sich als schwierig, viele der Angeklagten konnten ihren exakten Geburtstag nicht nennen.

Im Falle einer Verurteilung müssen die Somalier mit Haftstrafen von zehn bis 15 Jahren rechnen. Der nächste Verhandlungstag ist am 1. Dezember. Bis Ende März sind insgesamt 13 Verhandlungstermine angesetzt, wie lange der Prozess dauern wird, ist jedoch völlig offen.

22.11.2010 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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