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Rückkauf geplatzt

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03.04.2012

Müller-Brot Rückkauf geplatzt

Fehlendes Finanzierungskonzept und schlechte Kommunikation lassen Verhandlungen scheitern.

Neufahrn – Der bisherige Eigentümer Klaus Ostendorf wird die nach Hygienemängeln in die Insolvenz gerutschte Großbäckerei Müller-Brot nicht übernehmen. Die Gespräche über einen endgültigen Kaufvertrag sind am Dienstag gescheitert, wie das Unternehmen in Neufahrn bei München mitteilte. Eigentlich sollten mit dem Rückkauf durch Ostendorf, dem viele für die mangelnde Sauberkeit die Verantwortung geben, etwa 400 der knapp 1.100 Arbeitsplätze gerettet werden.

Ostendorfs Geschäftspartner und bisheriger Finanzgeschäftsführer Hans Huhn bemängelte die Kommunikation mit dem Insolvenzverwalter: „Der Insolvenzverwalter Hubert Ampferl hat die Vertragsverhandlungen immer wieder und mit neuen und zum Teil schon geklärten Punkten belastet.“ Dies habe die Investoren verunsichert und die Verhandlungen zum Scheitern gebracht.

Dem entgegnete der Sprecher des Insolvenzverwalters, Christof Möller: „Dies ist nachweislich falsch.“ Ampferl habe lediglich darauf bestanden, dass Ostendorf die in seinem Angebot formulierten Zusagen einhalte. Außerdem habe Ostendorf dem Gläubigerausschuss bis zuletzt kein Finanzierungskonzept vorgelegt, sagte Möller. Bereits zu Beginn der Woche hätten Zweifel bestanden, dass Ostendorf und Huhn die nötigen Sicherheiten für die Gläubiger, geschätzte 22 Millionen Euro, aufbringen könnten.

Von Anfang an hätte eine Finanzierungsbestätigung auf den Tisch kommen müssen, kritisierte der Landesbezirksvorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in Bayern, Hans Hartl. Nun seien die Beschäftigten die Leidtragenden. „Ich bin stocksauer, dass man mit Menschen in diesem Land so umgeht“, sagte Hartl. Die Verhandlungen seien auf dem Rücken der Arbeitnehmer ausgetragen worden. Sie seien Spielball von Ostendorf, Ampferl und der Commerzbank, dem Hauptkreditgeber von Müller-Brot, gewesen. Ostendorf habe er „nie ein zukunftsfähiges Konzept zugetraut“.

Ostendorf und Huhn hatten vergangenen Donnerstag den Zuschlag für den Rückkauf von Müller-Brot erhalten und sich damit gegen das Konkurrenzangebot von Evi Müller, der Tochter des Firmengründers, durchgesetzt. Ostendorf allerdings zeigte sich trotz der gescheiterten Verhandlungen zu weiteren Gesprächen bereit. „Unser Konzept steht und ist das richtige für Müller-Brot – die Tür zu uns steht weiter offen“, sagte der bisherige Geschäftsführer.

Allerdings seien die Gespräche zwischen dem Insolvenzverwalter Ampferl und dem zweiten Bieter schon angelaufen, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters. Ob Evi Müller noch Interesse an der Übernahme des Unternehmens hat, war am Dienstag aber unklar.

SPD und Grüne forderten nun Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil auf, für die Bäckerei in die Bresche springen. Der FDP-Politiker solle ein tragfähiges Konzept zur Konsolidierung des Unternehmens und zur Rettung möglichst vieler Arbeitsplätze vorlegen. Erst in der vergangenen Woche habe er den Mitarbeitern von Müller-Brot seine Hilfe zugesichert, erinnerte die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Margarete Bause. „Angesichts dieses völlig fragwürdigen Insolvenzverfahrens wäre der Minister jetzt also dringend gefordert, seinem Angebot auch Taten folgen zu lassen.“

Wirtschaftsminister Zeil zeigte sich überrascht von der Entwicklung bei Müller-Brot, blieb in seinen Äußerungen aber vage: „Ich hoffe sehr, dass es dem Insolvenzverwalter, mit dem mein Haus laufend in Kontakt steht, gelingt, kurzfristig eine zukunftsfähige Fortführungslösung für das Unternehmen, die Beschäftigten und die Pächter zu finden.“ In diesem Stadium könne das Wirtschaftsministerium nicht aktiv in die Verhandlungen eingreifen.

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