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Knapp 150 Filialen sind verkauft

© dapd

05.04.2012

Müller-Brot Knapp 150 Filialen sind verkauft

Tochter des Gründers und Bäckerei Höflinger übernehmen Netz des insolventen Großbäckers.

Neufahrn – Erstes Aufatmen bei der insolventen Großbäckerei Müller-Brot: Die Gründertochter Evi Müller kauft zusammen mit der Münchner Bäckerei Höflinger das Filialnetz des Neufahrner Unternehmens. Insolvenzverwalter Hubert Ampferl teilte am Donnerstag mit, dass Höflinger und Müller 148 der mehr als 200 Filialen übernehmen sowie zunächst 435 Mitarbeiter. Über einen Kauf der Produktionsstätte wollen sie noch verhandeln.

Der Gläubigerausschuss des Unternehmens hatte der Übertragung am Donnerstag einstimmig zugestimmt. Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Ein erneutes Angebot vom bisherigen Eigentümer Klaus Ostendorf lehnte der Gläubigerausschuss indes am Donnerstagmorgen ab, „da dieser wiederum keine Finanzierungsbestätigung vorgelegt hatte und das Angebot unter weiteren Bedingungen stand“.

Ampferl bezeichnete die Übernahme durch Müller und deren Geschäftspartner Franz Höflinger als „bestmögliche Lösung für Müller-Brot“. Der Verkauf stelle „die Zukunft der Bäckerei als regional verankertes und auf Qualitätsprodukte konzentriertes Unternehmen nachhaltig sicher“. Die neuen Eigentümer übernehmen ab sofort die Belieferung der Filialen. Ein Sprecher der Bäckerei Höflinger sagte der Nachrichtenagentur dapd, dass die neuen Eigentümer für Freitag (11.00 Uhr) in Neufahrn eine Pressekonferenz planen. Darüber hinaus wollte er sich zunächst nicht äußern.

Laut Ampferl ist es Ziel, zunächst „das Filialnetz zu stabilisieren“. In einem zweiten Schritt sollen die Verhandlungen über den Verkauf der Müller-Brot-Produktion an Höflinger und Evi Müller aufgenommen werden. Voraussetzung hierfür sei aber die Genehmigung der Gesundheitsbehörden zur Wiederaufnahme der Fertigung, hieß es weiter. Müller und Höflinger wollten sich dafür „schnellstmöglich bemühen“.

Betroffen von dem Kauf sind alle 353 Mitarbeiter der eigenbetriebenen Filialen sowie 58 Mitarbeiter in der Logistik und 24 in der Verwaltung. Für die nicht mit dem Verkauf übertragenen Filialen sucht der Insolvenzverwalter nun nach „Einzellösungen“. Insgesamt beschäftigte Müller-Brot vor der Insolvenz rund 1.100 Mitarbeiter. Aktuell sind 400 Mitarbeiter im Betrieb und vorerst nicht beurlaubt.

Der Rückkauf der nach Hygienemängeln in die Insolvenz gerutschten Brotfabrik durch Ostendorf war am Dienstag wegen eines fehlenden Finanzierungskonzepts geplatzt. Zuvor hatte Ostendorf im Übernahme-Poker um Müller-Brot den Vortritt vor Müller und Höflinger erhalten, weil er vier Millionen Euro mehr geboten hatte. Nach Ostendorfs Scheitern blieb das Duo Müller/Höflinger einziger Kaufinteressent.

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