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Mord an 15-jähriger Jugendlicher von 1991 aufgeklärt

© dapd

02.03.2012

Uckermark Mord an 15-jähriger Jugendlicher von 1991 aufgeklärt

Gentest und Berichterstattung durch Medien trieben Täter offenbar in den Selbstmord.

Eberswalde/Warnitz – Fast 21 Jahre nach der Tat ist der Mord an einem 15-jährigen Mädchen in der Uckermark aufgeklärt. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem Täter um einen 64-jährigen Mann handelt, der sich Anfang Dezember vergangenen Jahres auf der Bahnstrecke von Bernau nach Berlin tötete, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Eberswalde mitteilten. Er hinterließ einen Abschiedsbrief, in dem er sich etwas nebulös eines Verbrechens an einer Tramperin bezichtigte.

„Nach Auswertung des Briefes, psychologischen Gutachten und der nochmaligen Analyse aller Spuren kommen wir zu dem Schluss, dass es sich tatsächlich um den Täter handelt“, sagte der Chef der fünften Mordkommission beim Landeskriminalamt (LKA) Eberswalde, Axel Hetke. Der Inhalt des Schreibens brachte die Ermittler auch an den Tatort – ein Waldstück zwischen Steinhöfel und Peetzig in Brandenburg. Die Ermittler seien davon ausgegangen, dass die Fundstelle bei Warnitz nicht der Tatort war. Daher seien in den vergangenen Wochen Bodenproben aufgrund der Angaben des Briefes an mehreren Orten genommen worden, berichtete Hetke. Bei Steinhöfel sei eine Übereinstimmung mit Spuren gefunden worden, die an der Leiche der Schülerin Andrea Steffen entdeckt worden waren.

Das tote Mädchen war am 19. Mai 1991 von Spaziergängern im Wald nackt und mit Würgemalen am Hals gefunden worden. Die Polizei ging von einem Sexualmord aus. Die Ermittlungen wurden 1992 eingestellt und erst 2004 wieder aufgenommen. Zur Aufklärung der Tat hatte die Polizei im März 2011 die bisher umfangreichste DNA-Reihenuntersuchung Brandenburgs gestartet, zu der 2.233 Männer aus der Region um den Fundort der Leiche eingeladen wurden.

Beschuldigter wurde vom Massen-Gentest nicht erfasst

Der Massen-Gentest hatte die Beamten indes nicht auf die Spur des Täters gebracht. Der Mann, der in der Region Gerswalde (Uckermark) aufwuchs, war schon vor der Tat im Frühjahr 1989 in den Barnim umgezogen. Deshalb war er nicht zu dem Gentest geladen worden. Zudem sei die nach dem Selbstmord von der Leiche des Mannes genommene DNA-Probe nicht mit der DNA-Spur identisch, die man bei dem Mädchen gefunden hatte. „So gehen wir jetzt davon aus, dass diese DNA-Spur nicht von dem Täter stammte“, sagte der Leitende Neuruppiner Oberstaatsanwalt Gerd Schnittcher.

Die Ermittler sind dennoch der Ansicht, das der Gentest und die damit verbundene massive Medienberichterstattung zum Selbstmord-Entschluss und damit zur Aufklärung des Falls beitrugen. „Das legt uns der Abschiedsbrief nahe. Der Selbstmord geschah zwei Tage nach Ausstrahlung einer sehr emotionalen RBB-Reportage über diesen Fall, in der vor allem die Perspektive der Angehörigen des Opfers gewürdigt wurde“, sagte Schnittcher.

Zur Identität des Mannes, der zu DDR-Zeiten als Schafscherer vor allem in der Uckermark tätig war, wollten die Beamten keine Angaben machen. Der 64-Jährige habe in seinem Abschiedsbrief darum gebeten, seine Familie vor den Medien zu schützen. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin stellte das Verfahren wegen Todes des Beschuldigten ein.

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