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Annette Schavan

© dts Nachrichtenagentur

24.10.2012

Plagiats-Affäre Mögliche Opfer Schavans zeigen sich gelassen

„Ich fühle mich nicht plagiiert – und nicht beschädigt.“

Berlin – Autoren, bei denen sich Annette Schavan in ihrer Doktorarbeit bedient hat, wollen nicht gegen die Ministerin vorgehen. Der schweizer Erziehungswissenschaftler Fritz Oser, sagte der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwochsausgabe): „Ich fühle mich nicht plagiiert – und nicht beschädigt.“ Der emeritierte Professor sprach zwar von Fehlern in der Dissertation von 1980, die Übernahmen aus einer seiner Bücher sei „unsauber gemacht“. Er werde aber „sicher nicht rechtlich gegen Frau Schavan vorgehen. Das ist mir viel zu unwichtig – und dazu habe ich auch gar keine Zeit.“ Nach seiner Einschätzung könne man Schavan „keine böse Absicht oder gar Täuschung unterstellen“. „Ihr deshalb den Titel entziehen, nein – um Gottes Willen.“ Schavan hatte etwa zweieinhalb Seiten wörtlich von Oser übernommen, ohne dies als Zitat zu kennzeichnen, hatte allerdings in einer Fußnote auf ihn verwiesen.

Der Psychologe Ernst Stadter ließ der SZ mitteilen: „Wenn jemand einen Fehler macht und dazu steht, dann ist es verzeihbar. Wenn sie aber nicht dazu steht, dann muss sie darauf hingewiesen werden.“ Schavan hatte Passagen von Stadter übernommen, ohne ihn zu erwähnen. Er plane aber keine weiteren Schritte gegen die Ministerin, ließ Stadter weiter erklären.

Im Fall Karl-Theodor zu Guttenberg hatte die Anzeige einer plagiierten Autorin ein Verfahren der Staatsanwaltschaft mit ausgelöst, das den früheren Verteidigungsminister zusätzlich in Bedrängnis brachte.

Vor zehn Tagen war ein vertraulicher Untersuchungsbericht der Universität Düsseldorf bekannt geworden, der Schavan vorwirft, in der Dissertation Textpassagen unsauber übernommen und dabei bewusst getäuscht zu haben.

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