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Kinder spielen auf einem Schulhof

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22.03.2019

Modellstudie Ganztagsschulen rechnen sich

Bis zu 54.800 Vollzeitstellen könnten bis 2030 besetzt werden.

Berlin – Der Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschüler könnte sich volkswirtschaftlich rechnen. Das geht aus einer bisher unveröffentlichten Modellstudie der Bertelsmann Stiftung hervor, über welche der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe berichtet.

„Die verbesserte Schulkindbetreuung unterstützt das Bemühen von Müttern, ihre Arbeitszeit auszuweiten und ihren Stundenlohn zu steigern“, heißt es in dem Papier. Bis zu 54.800 Vollzeitstellen könnten dadurch bis 2030 besetzt werden, schätzt die Forschergruppe um die Ökonomen Tom Krebs (Mannheim) und Martin Scheffel (Karlsruhe). Das beschere dem Staat in absehbarer Zeit Mehreinnahmen, mit denen sich die nötigen Investitionen refinanzieren ließen.

Eine bessere Nachmittagsbetreuung könnte zudem die Bildungschancen sozial benachteiligter Kinder erhöhen, so die Wissenschaftler. Voraussetzung dafür seien allerdings qualifiziertes Personal und gute pädagogische Angebote. Vor allem Ersteres dürfte schwer zu bekommen sein: In nahezu allen Bundesländern fehlen Lehrkräfte und Erzieher. Die Forschergruppe errechnete, dass mit einer Anschubfinanzierung von rund vier Milliarden Euro bis zu einer Million zusätzliche Betreuungsplätze entstehen könnten.

Der Ganztagsschulausbau sei derzeit neben dem Digitalpakt das wichtigste schulische Reformprojekt, sagte Bertelsmann-Vorstand Jörg Dräger.

Vor einigen Wochen hatten sich Bundestag und Bundesrat auf eine Änderung des Grundgesetzes geeinigt, die eine Zusammenarbeit von Bund und Ländern bei bildungspolitischen Projekten ermöglicht. Nach dem Digitalpakt Schule könnte nun der Ausbau des Ganztagsangebots folgen. Die GroKo hatte in ihrem Koalitionsvertrag einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler ab dem Jahr 2025 angekündigt.

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