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20.12.2009

Mobiler Firefox macht App Stores obsolet

London – ABI Research hat diese Woche einen dramatischen Anstieg der App-Downloads auf Smartphones bis 2014 vorhergesagt, doch die Analysten haben die Rechnung womöglich ohne Mozilla gemacht. Denn Fennec, der mobile Firefox, könnte das Ende der App Stores einläuten, indem er das Erstellen von Apps quer über diverse Geräte und Betriebssysteme leicht macht. „Jeder, der JavaScript und HTML beherrscht, kann eine großartige App entwickeln ohne sich in eine spezifische Smartphone-Plattform einzuarbeiten“, sagt Jay Sullivan, Vice President of Mobile bei Mozilla, gegenüber PC Pro. Mit der laut Mozilla schnellsten JavaScript-Engine aller Handy-Browser soll Fennec den Übergang zu Web-Applikationen für Handys erleichtern.

Web-Entwicklung statt Plattform-Frust

Ein Problem für Entwickler in der heutigen Smartphone-Welt ist, dass Applikationen für jedes Betriebssystem von Android bis webOS separat programmiert werden müssen. Sullivan ist der Ansicht, dass das zu wachsenden Frustrationen bei Entwicklern führen wird, sei es aufgrund der vielfachen Qualitätssicherung, der schieren Menge an erforderlichen Entwicklergeräten oder der Herausforderung, ein Sicherheitsupdate durch den iPhone-Approval-Prozess zu bekommen. „Ich denke, sie werden ins Web abwandern“, meint der Mozilla-Mitarbeiter daher. Dieser Prozess werde allerdings eine Zeit dauern. „In der Übergangsphase werden Apps sehr erfolgreich sein. Aber langfristig wird das Web wie immer gewinnen“, ist Sullivan überzeugt. Der mobile Firefox soll dazu nicht zuletzt dank Desktop-ähnlicher Funktionalität Entwickler zum Wechsel animieren.

Allgemeiner Trend

Konzeptionell klingt eine Smartphone-Welt, in der nur mit Web-Applikationen gearbeitet wird, durchaus plausibel. Immerhin sind Online-Anwendungen auch im Desktop-Segment bereits so sehr zum Trend geworden, dass auch Microsoft mit seiner nächsten Office-Version diesem folgt. Für Netbooks wiederum hat Google mit Chrome OS bereits ein Betriebssystem angekündigt, das nur Web-Applikationen nutzen wird. In der Praxis ist ein wenig Skepsis angebracht. Apple wird Fennec wohl ebenso wenig mit offenen Armen auf dem iPhone willkommen heißen wie jeden anderen Fremdbrowser. Somit wird das Unternehmen sein großes Stück vom App-Kuchen wohl nicht nur gegen Konkurrenzplattformen, sondern auch gegen die Gefahr aus dem Web verteidigen können. Auf die Entwicklung bei vergleichsweise offeneren Betriebssystemen, zu denen in dieser Hinsicht auch Windows Mobile gehört, darf man aber gespannt sein.

Fennec muss indes erst einen offiziellen Markstart erleben. Gerüchteweise soll die bislang im Beta-Stadium befindliche Version für Nokias Maemo noch vor dem Jahreswechsel erscheinen. Für andere Betriebssysteme wird es zumindest bis 2010 dauern.

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