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Mitarbeiter und Familie kämpfen um ihre Zukunft

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17.02.2012

Schlecker Mitarbeiter und Familie kämpfen um ihre Zukunft

Magazin: Gläubigerausschuss eingesetzt.

Düsseldorf/Ehingen – In bislang nicht gekannter Eintracht kämpfen Mitarbeiter und Management der insolventen Drogeriekette Schlecker um das Überleben des Unternehmens. In Stuttgart haben sieben Mitarbeiter den Verein “Wir wollen Schlecker retten” gegründet. Lars Schlecker, Sohn von Firmengründer Anton Schlecker, sagte dazu im ARD-Morgenmagazin: “Wir wollen diese Initiative unterstützen, die wir superklasse finden, um auch die Kunden wieder in die Läden zu kriegen und den Verkauf anzukurbeln.”

Das Unternehmen schaltete in der “Bild-Zeitung” zudem eine ganzseitige Anzeige. Einem Medienbericht zufolge ist ein Gläubigerausschuss eingesetzt worden, der bei der Rettung der Kette mit ihren etwa 32.000 Mitarbeitern mithelfen soll.

Der Stuttgarter Initiative habe sich inzwischen eine “Vielzahl von Mitarbeitern” angeschlossen, sagte ein Unternehmenssprecher. “Wir müssen in jeder Filiale um Kunden kämpfen”, sagte er. Ab der kommenden Woche sollen Mitgliedsanträge für den Verein auch über Facebook oder den Schlecker-Blog öffentlich gemacht werden, sodass sich auch die Kunden anschließen können.

Lars Schlecker warb im “Morgenmagazin” beim ersten TV-Auftritt eines Familienmitglieds überhaupt für Vertrauen in die Firma. “Es ist vieles nicht immer richtig gelaufen, aus unserer Sicht auch”, gab er zu. Das Unternehmen hatte nicht immer ein gutes Verhältnis zu seinen Mitarbeitern, zahlte niedrige Löhne und geriet 2010 massiv in die Kritik, weil es zunehmend Leiharbeiter einstellte.

Lars Schlecker spricht von Kulturwandel

Aber seitdem habe ein Kulturwandel stattgefunden mit Tarifverträgen, die ihresgleichen suchten im deutschen Einzelhandel, sagte Schlecker. “Mittlerweile kann man mitnichten davon sprechen, dass da ein Missverhältnis zwischen Mitarbeitern und Management oder Familie besteht.”

In der “Bild-Zeitung” schaltete der Konzern eine ganzseitige Anzeige im Namen der Mitarbeiter, mit dem Satz: “Wir sind weiter für Sie da.” Die Mitarbeiter arbeiteten gerne in ihrem Schlecker-Markt, heißt es da, “weil wir mit Schlecker einen verlässlichen Arbeitgeber haben, der uns gute Arbeitsbedingungen bietet”. Laut Sprecher ist die Aktion mit dem Betriebsrat abgestimmt.

Die “Wirtschaftswoche” berichtete, ein Gläubigerausschuss aus fünf Personen solle den vorläufigen Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz unterstützen. Mitglieder sind dem Bericht zufolge Heinz Wenzel, Manager des Warenkredit-Versicherers Euler Hermes, und Andrin Hofmann, Chef der Finanzsparte des Einkaufsverbundes Markant, beides Gläubiger der Kette. Hinzu kommen je ein Vertreter der Ulmer Arbeitsagentur, der Gewerkschaft Verdi und eine vom Schlecker-Betriebsrat beauftragte Insolvenz-Expertin. Der Sprecher der Firma wollte den Bericht nicht kommentieren.

Schlecker hat im Januar Insolvenz angemeldet. Geiwitz arbeitet derzeit an einem Sanierungsplan. Ziel ist der Erhalt möglichst vieler Filialen und Stellen.

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