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Mit gutem Benehmen besser in den Job

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07.04.2012

Umgangsformen Mit gutem Benehmen besser in den Job

VBE-Vorsitzender nimmt Erwachsene in die Pflicht.

Stuttgart – Gute Umgangsformen können den Start von Jugendlichen ins Berufsleben sehr vereinfachen. Dazu müssten nicht zuletzt die Erwachsenen als Vorbilder einen entscheidenden Beitrag leisten, sagte der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Gerhard Brand, der Nachrichtenagentur dapd.

„Mit Höflichkeit und Pünktlichkeit bekommen auch Schüler einen Ausbildungsplatz, die aufgrund ihrer Noten durch den Rost gefallen wären.“ Der VBE hat in Baden-Württemberg 15.000 Mitglieder und vertritt von der Sonderschule angefangen alle Schularten mit Ausnahme des Gymnasiums.

Man dürfe jedoch von Schulabgängern kein wesentlich anderes Verhalten erwarten als jenes, das ihnen Erwachsene in Politik, Wirtschaft und im Fernsehen vorlebten. Verbales Fertigmachen im Fernsehen werde von Kindern und Jugendlichen als „cool“ aufgenommen und nachgemacht, denn schließlich hätten die auf dem Bildschirm Erfolg damit, sagte Brand.

„Die Vorbildfunktion von Eltern, Lehrern, Politikern, Stars und Geschäftsleuten ist nicht zu unterschätzen“, sagte der VBE-Chef. „Schüler verstehen es nicht, dass sie höflich sein sollen, wenn Erwachsene ihnen so nicht begegnen. Schüler verstehen es nicht, dass man die Würde des Menschen achten soll, wenn sie sehen, wie Gäste in den täglichen Gerichts-, Talk- und Castingshows beschimpft und mit Worten erniedrigt werden. Schüler verstehen es nicht, dass Lehrer ihnen untersagen, in der Schule auf den Boden zu spucken, wenn es ihnen die Stars auf dem Fußballfeld via Fernsehübertragung in Großaufnahme vormachen.“

Die Jugendlichen wollten sich mit ihrem Verhalten von den Erwachsenen distanzieren. Diese müssten aber einen Gegenpart bieten, an dem sich die jungen Leute orientieren könnten. Das sei durchaus anstrengend, sagte der VBE-Vorsitzende. „Es ist viel, viel leichter zu sagen: Mach mal, ich bin auch locker. Aber das ist nicht das, was man unter Erziehung versteht. Erziehen ist nicht einfach neben den Kindern her leben und sie gewähren lassen, sondern Erziehen ist aktiv mit den Kindern an ihrem Verhalten und Großwerden zu arbeiten.“

Wenn man als Hauptschüler zwischen drei und vier stehe, sei es nicht leicht, eine Lehrstelle zu finden, sagte Brand. „Wenn man aber jeden Morgen pünktlich und ordentlich angezogen erscheint und zuverlässig und höflich ist, dann sieht ein Ausbildungsbetrieb viel eher darüber hinweg.“ Es gebe schließlich Stützkurse für schwächere Hauptschulabgänger. Auch mit schlechteren Noten, aber sehr gutem Auftreten könne man eine Stelle bekommen. „Diese Erfahrung machen wir jedes Jahr, in jedem Praktikum.“

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