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Missbrauch Neue Dokumente belasten den Papst

Rom – Papst Benedikt XVI. war als Erzbischof von München und Freising 1980 offenbar stärker mit dem Einsatz des pädophilen Seelsorgers Peter H. befasst als bisher bekannt. Dies berichtet der „Spiegel“. Kaplan H. soll sich, nach Informationen aus seiner früheren Pfarrgemeinde, am 31. Juli 1980 mit einer Bewerbung direkt an Ratzinger gewandt haben, um zum Pfarrer befördert zu werden. Der Bewerbung soll H. auch Pfarrbriefe beigelegt haben, die seine Verbundenheit mit Kindern in der Münchner Gemeinde St. Johannes Evangelist dokumentieren.

In einem Pfarrbrief schrieb H. über eine von ihm organisierte Fußwallfahrt, die er am 4. April 1980 mit „20 oder 25 Mädchen und Buben“ unternommen habe. Im Juni hätten „150 Ministranten aus allen Pfarrgemeinden unseres Dekanats“ ein zentrales Treffen in seiner Gemeinde abgehalten. Vor allem deren „Fingerfertigkeit“ und „Phantasie“ beim Spiel um den „Ministrantenpokal“ seien zu loben. In einem späteren Pfarrbrief heißt es über den Kaplan, insbesondere seine „intensive Kinderseelsorge“ habe der Kirche genützt, „die Zahl der Messdiener verdreifachte er in zwei Jahren“, im Religionsunterricht habe er „vor allem auch Jugendlichen einen neuen Zugang zur Frohen Botschaft der Kirche“ gebracht.

H. war im Januar 1980 nach München versetzt worden, nachdem er in seinem Heimatbistum Essen offenbar mehrere Jungen sexuell missbraucht hatte. Das Münchner Erzbistum hatte am 15. Januar 1980 unter Ratzingers Leitung H.s Aufnahme ausdrücklich genehmigt. Der Geistliche sollte eine Therapie machen. Tatsächlich sei er bereits „am 1. Februar 1980 zur Seelsorgemithilfe“ aufgefordert worden, heißt es in einem Lebenslauf von H., der sich in den Akten der Erzdiözese befindet. Das Erzbistum erklärt, es gebe keine neuen Erkenntnisse aus den Kirchenverfahren gegen H.; Ratzinger habe nichts gewusst. Es sei auch kein Brief von H. an Ratzinger in den Akten zu finden.

27.11.2010 © dts Nachrichtenagentur / newsburger.de

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