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Ministerium prüft rechtliche Schritte

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09.04.2012

Gift-Eier auf Bio-Hof Ministerium prüft rechtliche Schritte

Konventionelle Produktion auf Stemweder Hof wieder freigegeben.

Stemwede/Düsseldorf – Nach dem Fund von dioxinbelasteten Eiern auf einem Bio-Hof im ostwestfälischen Stemwede prüft das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium rechtliche Schritte. Man untersuche derzeit, wieso die zuständigen Stellen des Kreises Minden-Lübbecke erst am 26. März von der Verunreinigung der Eier erfahren hätten, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Montag. Zu klären sei, ob der Produzent, der Zwischenhändler oder das beauftragte Labor ihre Meldepflicht verletzt hätten.

So sei die Verunreinigung bereits am 15. März nach der Untersuchung in einem privaten Labor bekannt geworden, die ein Zwischenhändler aus Euskirchen in Auftrag gegeben hatte. Der Zwischenhändler habe die belasteten Eier daraufhin an den Bio-Betrieb zurückgeschickt.

Nach Bekanntwerden der PCB-Belastung wurde der Betrieb gesperrt, die Bio-Eier dürfen seitdem nicht mehr verkauft werden. Nach Angaben der „WAZ“ handelt es sich um mehr als 700.000 Eier, die nun vernichtet werden müssen.

Bei den Untersuchungen war festgestellt worden, dass der Dioxingehalt in den Bio-Eiern teilweise um das Sechsfache über dem zulässigen Wert lag. Vorübergehend wurde am Osterwochenende auch der konventionelle Betrieb des Hofes in Stemwede gesperrt. Weil bei den konventionell produzierten Eiern aber keine Überschreitung der PCB-Werte festgestellt wurde, wurde die Sperrung wieder aufgehoben. Die Sperrung für den Bio-Hof, der an den konventionell betriebenen Teil angrenzt, bleibt hingegen bestehen. Zudem sind weiterhin zwei Direktvermarkter in Duisburg gesperrt, bei denen ebenfalls Eier mit erhöhten Dioxinwerten gefunden wurden. Nach Ansicht des Ministeriums hängen die Fälle nicht miteinander zusammen.

Die Suche nach der Ursache für die Dioxinbelastung dauert derweil an. Derzeit lägen keine Hinweise dafür vor, dass das dioxinähnliche PCB über das Futter in die Eier gelangt sei, sagte der Sprecher. Nun bleibe abzuwarten, ob Analysen des Bodens und des Wassers neue Erkenntnisse brächten.

Ob sich noch dioxinbelastete Eier im Handel befinden, ist nach Angaben des Sprechers offen, weil die Vertriebswege unklar seien. Deshalb sollten Verbraucher beim Kauf von Eiern auf die Stempelnummern achten. Die Eier aus Stemwede haben die Nummer „0-DE-0521041“. Auf das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) sollten die Verbraucher nicht schauen, betonte der Sprecher. Zunächst war gemeldet worden, dass lediglich Chargen bis zum MHD 31. März . betroffen seien. Später wurde bekannt, dass auch Eier mit dem MHD 8. April in den Handel gelangt waren.

NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel sprach sich gegen eine Aufweichung der Dioxin-Höchstwerte bei Lebensmittel aus. „Dioxin und andere Schadstoffe haben in Lebensmitteln nichts zu suchen. Es ist daher die Pflicht der Nahrungs- und Lebensmittelindustrie, die Schadstoffbelastung zu verhindern und nicht Aufgabe der Politik, die Grenzwerte so zu gestalten, wie es bestimmte Lobbygruppen gerne hätten“, kritisierte der Grünen-Politiker.

Remmel reagierte damit auf Forderungen des Bundesverbandes „Deutsches Ei“ nach einer Erhöhung der Dioxin-Grenzwerte. In der EU dürfen Eier höchstens drei Pikogramm (Billionstel Gramm) Dioxin pro Gramm Fett enthalten. Für Dioxine und die dioxinähnlichen Polychlorierten Biphenyle (PCB) zusammen gilt ein Grenzwert von sechs Pikogramm.

Dioxin gilt als krebserregend. Bei kurzfristigem Konsum dioxinbelasteter Eier erwarten Experten aber keine gesundheitlichen Schäden.

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