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Minderwertige Brustimplantate offenbar auch in Heidelberg
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Gesundheit Minderwertige Brustimplantate offenbar auch in Heidelberg

Universitätsklinikum stellt Strafanzeige gegen Unbekannt.

Heidelberg – Mit Industriesilikon gefüllte Brustimplantate sind offenbar auch am Universitätsklinikum Heidelberg eingesetzt worden. Die Frauenklinik habe Marken-Implantate von der niederländischen Firma Rofil bezogen, die nach neuen Erkenntnissen von der französischen Firma PIP beliefert worden sei, teilte das Universitätsklinikum am Montag mit. PIP hatte für die Einlagen unzulässigerweise billiges Industrie-Silikon verarbeitet.

Das Klinikum hat aufgrund des Sachverhalts inzwischen Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Das Risiko der Rofil-Implantate werde derzeit überprüft, hieß es. Die Frauenklinik hat nach eigenen Angaben von 2001 bis 2010 über die Rofil Medro GmbH 350 Implantate bezogen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) empfiehlt seit dem 6. Januar die vorsorgliche Entfernung aller Brustimplantate der Hersteller PIP und Rofil Medical Nederland.

Im Gegensatz zu den PIP-Produkten seien Rofil-Implantate keine Billigprothesen, erklärte der Ärztliche Direktor der Uni-Frauenklinik, Christof Sohn. Sie hätten als Markenprodukt gegolten und über das europäische CE-Gütesiegel verfügt. Leider lasse sich ohne eine Operation nicht mehr feststellen, ob die verwendeten Implantate aus einer Charge mit hochwertigem oder Industrie-Silikon stammen. Die Herstellerfirma Rofil sei mittlerweile nicht mehr auf dem Markt.

Bei der Information der Patientinnen handele es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte Sohn. “Auch wenn nach aktuellem Kenntnisstand die Schädlichkeit der Brustimplantate nicht erwiesen ist und akut keine Gesundheitsgefahr besteht, möchten wir kein Risiko eingehen und unserer Fürsorgepflicht nachkommen”, fügte der Gynäkologe hinzu.

Patientinnen, die ein Produkt eines anderen Herstellers erhalten haben, sind nach aktuellem Stand nicht betroffen. Welches Implantat verwendet wurde, steht im Implantat-Ausweis, der jeder Patientin nach der Operation ausgehändigt wird. Für Patientinnen, die Fragen zu ihrem Brustimplantat haben, hat die Frauenklinik unter brustimplantate@med.uni-heidelberg.de eine eigene Kontakt-Adresse eingerichtet.

16.01.2012 © dapd / newsburger.de

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