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Bundeswehrsoldaten

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25.10.2017

Militärbischof „Traditionserlass nicht mit heißer Nadel stricken“

„Das ist kein politisches Tagesgeschäft.“

Berlin – Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink warnt vor zu großer Eile bei der Überarbeitung des Traditionserlasses der Bundeswehr.

„Ich wünsche mir, dass die Bundeswehr sich bei der Überarbeitung die nötige Zeit nimmt“, sagte Rink der „Welt“ (Donnerstagsausgabe). „Das ist kein politisches Tagesgeschäft, es geht um Grundlagendokumente, die für viele Jahrzehnte Gültigkeit haben sollen. Da darf nicht mit heißer Nadel gestrickt werden.“

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) strebt eine Überarbeitung des Erlasses noch vor einem Regierungswechsel an.

Rink kritisierte weiter, dass politische und militärische Führung die Soldaten in den Auslandseinsätzen allein ließen. „Ihre Aufträge bekommen sie von der Politik. Sie riskieren dafür im Ernstfall Leib und Leben. Aber wofür genau? Und warum? Dazu ist von politischer und auch militärischer Führung oft zu wenig zu hören“, sagte der Theologe.

Die Militärpfarrer in den Einsätzen würden von den Soldaten immer wieder nach Sinn und Zweck der Missionen gefragt. „Die Antwort aber können nicht Geistliche liefern. Sie muss den Soldaten und auch der Öffentlichkeit von denen gegeben werden, die sie beschließen, den Politikern. Nur dann kann gesellschaftliche Akzeptanz erwachsen“, so Rink.

Der Militärbischof verteidigte die Planungen für eine Aufstockung des Wehretats. „Meines Erachtens geht es nicht um Aufrüstung, sondern um die Stabilisierung einer gebeutelten Institution. Es werden versäumte Investitionen nachgeholt“, sagte Rink.

Auch den Vorwurf von der Leyens, die Bundeswehr habe ein Haltungs- und Führungsproblem, wies er zurück: „In jeder Großorganisation – in der Bundeswehr arbeiten 250.000 Menschen – gibt es bedauerliche Verfehlungen. Da gilt es, den Einzelfall vor Ort gründlich aufzuklären und Konsequenzen zu ziehen, ohne die Bundeswehr insgesamt unter Generalverdacht zu stellen“, sagte Rink. „Es braucht nicht Kontrolle oder Verdächtigung, sondern eine Kultur des Vertrauens.“

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