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Wirtschaft setzt auf Türkei als künftiges EU-Mitglied

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25.02.2013

Öger Wirtschaft setzt auf Türkei als künftiges EU-Mitglied

Linke kritisiert Ergebnisse des Merkel-Besuches.

Berlin – Der Schwenk von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Türkei-Politik stößt in Deutschland auf ein weitgehend positives Echo. So unterstützte BDI-Präsident Ulrich Grillo am Montag eine EU-Mitgliedschaft der Türkei. „Die deutsche Industrie will nicht nur, dass sich die Politik bald entscheidet. Die Industrie befürwortet die Fortsetzung von Beitrittsverhandlungen“, sagte Grillo anlässlich eines deutsch-türkischen Politik- und Wirtschaftsgipfels in Ankara. Merkel hatte zuvor eine neue Dynamik in den Verhandlungen angekündigt.

Grünen-Chef Cem Özdemir erinnerte im RBB-Inforadio daran, dass die Beitrittsverhandlungen zur Europäischen Union bereits seit 2005 laufen und immer wieder ins Stocken geraten waren. So sei viel Zeit verloren worden. „Wenn man jetzt zu dieser Erkenntnis kommt, kann man nur sagen, das war ein teurer Lernprozess in der Außenpolitik für Frau Merkel“, sagte der Grünen-Politiker.

Für den Unternehmer Vural Öger ist die Zeit langsam reif für einen EU-Beitritt Ankaras. „Wenn es nach der Wirtschaft ginge, wäre die Türkei schon längst Mitglied der Europäischen Union“, sagte Öger, der auch SPD-Mitglied ist, im „Phoenix“-Interview. Zugleich lobte er EU-Kommissar Günther Oettinger, der sich für eine Mitgliedschaft Ankaras in der EU eingesetzt und damit auch späten Schwenk der Kanzlerin Rückendeckung gegeben hatte. Bislang strebte die Union nur eine „privilegierte Partnerschaft“ mit der Türkei an.

Kritik kam derweil von den Linken. „Der bisherige Verlauf des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Türkei ist mehr als enttäuschend“, beklagte die Linke-Außenexpertin Sevim Dagdelen. Beim Thema Menschenrechte herrsche Fehlanzeige. Stattdessen werde mit dem Truppenbesuch an der Grenze symbolisch auf eine deutsch-türkische Waffenbrüderschaft gesetzt. Merkel hatte am Sonntag die an der syrischen Grenze stationierten „Patriot“-Einheiten besucht.

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