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Merkel will Griechenland nicht verloren geben

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15.01.2012

Merkel Merkel will Griechenland nicht verloren geben

Aber Schuldenprobleme sind gravierend – Bundeskanzlerin hofft auf “sehr starke Wachstumsphasen”.

Köln – Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht noch Chancen dafür, dass Griechenland nach einer erfolgreichen Umschuldung wirtschaftlich wieder auf die Beine kommt. Zwar führten die Ausgabenkürzungen derzeit dazu, dass die griechische Wirtschaft nicht mehr wachse. Es gebe aus der Vergangenheit jedoch viele Beispiele, die gezeigt hätten, dass mit gleichzeitigen strukturellen Reformen auch wieder Wachstum erzeugt werden könne, sagte die CDU-Chefin im Deutschlandfunk.

“Nach einer bestimmten Rezessionsphase” habe es in den Fällen dann auch wieder “sehr starke Wachstumsphasen” gegeben, sagte Merkel. Solche Strukturreformen wirkten allerdings nie sofort und müssten “natürlich auch mit Vehemenz umgesetzt werden”. Die Kanzlerin fügte hinzu, es seien bereits Fortschritte in Griechenland gemacht worden. Ein Problem bestehe allerdings darin, dass beispielsweise aus Steuererhöhungen nicht notwendig auch mehr Einnahmen resultierten, weil die Erhebung von Steuern in Griechenland “ein ziemlich praktisches Problem” sei.

Merkel räumte ein, dass die Schuldenprobleme Griechenlands auch langfristig gravierend seien. Griechenland habe kein kurzfristiges Liquiditätsproblem, sondern so viele Schulden, dass es mit der eigenen Wirtschaftskraft nicht aus der Verschuldung herauskommen könne. Deshalb werde derzeit über einen Schuldenerlass von 50 Prozent verhandelt. Das Ziel sei, die Schuldenlast im Jahr 2020 auf 120 Prozent des griechischen Bruttoinlandsproduktes zu drücken. Das wäre dann etwa so hoch wie derzeit in Italien.

“Schon an dieser Zeitdauer sieht man, wie gravierend dieses Problem ist.” Selbst wenn dem Land 50 Prozent der privaten Schulden erlassen würden, werde es noch eine ganze Zeit dauern, bis das Land an den Markt zurückkehren könne. Merkel betonte: “Richtig ist, dass das griechische Problem noch nicht abschließend gelöst ist.”

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