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Angela Merkel

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01.12.2012

Griechenland-Hilfen Merkel versteht Ablehnung vieler Bürger

„Ich spüre natürlich die Skepsis vieler Bürger.“

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Verständnis für die ablehnende Haltung vieler Bürger gegenüber neuen Hilfen für Griechenland. „Ich spüre natürlich die Skepsis vieler Bürger, verstehe sie zum Teil auch, denn Griechenland hat seine Partner in den vergangenen Jahren oft enttäuscht. Vieles von dem, was die griechische Führung versprochen hat, hat sie nicht eingehalten“, sagte Merkel der „Bild am Sonntag“.

Dennoch seien die Hilfen für das von der Staatspleite bedrohte Land „im deutschen Interesse, denn alle Maßnahmen haben immer die ganze Euro-Zone im Blick und dienen damit jedem Mitgliedsland, auch Deutschland“. Merkel zeigte sich optimistisch, dass Athen auf beschlossene Reformen jetzt Taten folgen lasse: „Ich nehme in der griechischen Regierung endlich eine Entschlossenheit wahr, das Land umzukrempeln, moderne Strukturen zu schaffen – Deutschland wird sich da mit Rat und Tat beteiligen.“

Merkel betonte die Belastungen für die griechische Bevölkerung und warnte davor, dass Land schlecht zu reden: „Für die große Mehrheit der Griechen ist dieser Umbruch mit großen Opfern verbunden, gerade die Ärmeren machen in Griechenland sehr schwere Zeiten durch.“ Merkel weiter: „Und da die Wirtschaft, wie wir von Ludwig Erhard wissen, zu 50 Prozent aus Psychologie besteht, rate ich dringend dazu, nicht dauernd über das Scheitern und Horrorszenarien nachzudenken, sondern den mühsamen Wandel in Griechenland positiv zu begleiten, damit am Ende günstigere Szenarien Wirklichkeit werden.“

Merkel wies energisch den Vorwurf von SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zurück, den Bürgern in Deutschland in Bezug auf die Situation in Griechenland nicht die Wahrheit zu sagen: „Ich kenne meine Pflicht und sage deshalb den Bürgerinnen und Bürgern immer wieder, wie die Lage ist. Ich werde weiter das tun, was für Deutschland und Europa am besten ist und die finanziellen Folgen so gering wie möglich hält und uns keinen unzumutbaren Risiken aussetzt.“

Merkel betonte, dass sie „mit ganzer Kraft daran arbeite, den Euro stabil zu halten und zu stärken“. Merkel unterstrich die historische Dimension dieser Aufgabe: „Es geht um so viel mehr als nur um unsere Währung. Es geht um den geschichtlichen Glücksfall der europäischen Einigung der letzten Jahrzehnte. Ich will, dass Europa als Kontinent des Friedens, der Freiheit und der Demokratie eine gute Zukunft hat und dass es für alle in der Welt attraktiv bleibt.“

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