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19.08.2017

Merkel Spielebranche wichtiger Teil unserer Kulturpolitik

„Wir müssen aufpassen, dass Kreative nicht sofort weggekauft werden.“

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Spielebranche ermutigt, Computerspiele stärker als Bildungsträger auszubauen. „Die Spielebranche ist eine ganz wichtige“, sagte Merkel in ihrem neuen Video-Podcast. Deshalb habe man sie „Schritt für Schritt als Teil der Kreativwirtschaft in unserer Kulturpolitik gestärkt“.

Seit 2008 sind Computerspiele offiziell als Kulturgut anerkannt. Der Bundesverband der Entwickler von Computerspielen sei inzwischen Mitglied im Deutschen Kulturrat. Und mit dem Deutschen Computerspielpreis machten Wirtschaft und Politik gemeinsam deutlich, was wertvolle und wichtige Spiele seien. Diese öffentliche Anerkennung helfe, das Vorurteil abzubauen, es gehe nur um Gewaltspiele. „Das halte ich für den eigentlichen gesellschaftlichen Durchbruch“, sagte Merkel.

Die Bundeskanzlerin eröffnet am 22. August die Computerspielmesse Gamescom in Köln. Sie freue sich auf den Besuch, sagte Merkel. Deutschland brauche die Branche. Die Bundesregierung habe in dieser Legislaturperiode daher die Förderinstrumente noch einmal verbessert, etwa mit dem High-Tech-Gründerfonds oder der KfW-Kreditunterstützung. „Ich glaube, das hilft der Spielebranche insgesamt“, sagte Merkel.

Es bestehe aber noch immer ein großer Fachkräftemangel. „Wir müssen aufpassen, dass Kreative nicht sofort weggekauft werden.“ Um Deutschland als Standort für die Games-Branche zu stärken, bedürfe es kreativer Köpfe und digitaler Fachleute. „Deshalb haben wir uns sehr dafür eingesetzt, dass wachsende Unternehmen bessere steuerliche Bedingungen haben, um Kapital aufzunehmen.“ Auf diese Weise hätten die Unternehmen die Chance, auch in Europa oder in Deutschland zu wachsen.

Die Branche selbst müsse sich für entsprechende Studiengänge und Lehrstühle einsetzen, sagte Merkel. Dazu sollte sie ihre Wünsche und Forderungen an die Universitäten und Fachhochschulen und den Berufsausbildungsbereich richten. Merkel regte in diesem Zusammenhang auch Stiftungslehrstühle an, um „einen Stein ins Wasser zu werfen“.

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