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29.11.2014

Merkel Alle jungen Menschen müssen Chance auf Ausbildung erhalten

„Ich denke, wir verschenken immer noch zu viele Potentiale.“

Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Unternehmen dazu aufgefordert, allen jungen Menschen – egal, ob mit oder ohne Migrationshintergrund – die Chance auf eine Berufsausbildung zu geben.

Es sei leider richtig, dass junge Menschen mit ausländisch klingenden Namen es schwerer hätten als andere, zu Bewerbungsgesprächen eingeladen zu werden, sagte Merkel in ihrem neuen Video-Podcast. Deshalb widme sich der Integrationsgipfel am kommenden Montag ganz besonders diesem Thema.

Es gebe allerdings auch schon viele gute Beispiele, so die Bundeskanzlerin. In der „Charta der Vielfalt“ hätten sich sehr, sehr viele Unternehmen zusammengeschlossen, „die auch aktiv nach außen zeigen: Uns ist jeder willkommen“. Gute Beispiele machten Schule.

Es gebe auch eine Vielzahl von Initiativen, die jungen Menschen unterstützten, wenn sie Schwierigkeiten hätten. „Unser Ziel muss sein, jeden jungen Menschen so fit zu machen, dass er für eine Berufsausbildung geeignet ist“, betonte Merkel.

Mit Blick auf Zuwanderer mit Bildungsabschlüssen sagte Merkel: „Ich denke, wir verschenken immer noch zu viele Potentiale.“ Das Gesetz zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse sei „noch relativ neu“, erklärte die Bundeskanzlerin. „Wir müssen jetzt erst einmal sehen, dass diese Prozeduren unbürokratisch abgewickelt werden, dass alle Menschen davon auch Gebrauch machen.“ Dann müsse man schauen, ob noch Weiterbildung oder Training notwendig seien. „Wir beobachten das sehr genau.“

Merkel weiter: „Die Arbeitgeber müssen auch offen sein, sie suchen Fachkräfte. Deshalb ist es gut, mit den Kammern und der Politik zusammen immer wieder zu werben und zu sagen: Jeder soll bei uns im Land eine Chance haben. Das gehört einfach zu einem modernen, weltoffenen Land.“

Einmal mehr betont Merkel die Bedeutung guter Deutschkenntnisse. Das Erlernen der Sprache sei eine Notwendigkeit und eine Voraussetzung für eine qualifizierte Arbeit. Sie rief die Unternehmen auf, ihre Mitarbeiter dabei zu unterstützen. Wenn Arbeitgeber an einer guten Mitarbeiterschaft interessiert seien, fänden sie entsprechende Wege, auch „ohne dass wir Gesetze machen“.

Zugleich hob die Bundeskanzlerin hervor: „Ich glaube, man muss ehrlich sein und sagen: Ein gewisses Eigenengagement muss schon da sein, anders wird das nichts.“ Eine „praxis-fördernde Methode“ sei es auch, zu Hause die Sprache zu sprechen, die am Arbeitsort gesprochen werde.

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