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Mercedes-Benz wehrt Audi-Überholmanöver ab

© dapd

30.04.2012

Studie Mercedes-Benz wehrt Audi-Überholmanöver ab

Modelloffensive soll Stuttgarter Konzern zu höheren Verkaufszahlen verhelfen.

Duisburg/Essen – Audi dürfte bei seinem Überholmanöver im Kampf um die Spitzenposition unter den drei deutschen Premium-Autoherstellern schon im kommenden Jahr ausgebremst werden. „Mercedes und BMW haben eine bessere Preisposition als Audi, wichtige neue Modellreihen vor Marktstart, deutlich verbesserte Imagewerte, mehr Innovationen und BMW bessere Profitabilität“, heißt es in einer am Montag verbreiteten Analyse des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen.

Mercedes-Benz, BMW und Audi liefern sich derzeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen. BMW hat derzeit bei Absatz und Profitabilität die Nase vorn. 2011 hatte die Volkswagen-Tochter Audi erstmals mehr Fahrzeuge als Mercedes-Benz verkauft.

Der Studie zufolge bleibt BMW zunächst das Maß aller Dinge im Premium-Bereich. 2015 würden die Münchner mit 1,76 Millionen verkauften Fahrzeugen vor Mercedes-Benz (1,68 Millionen) und Audi (1,63 Millionen) liegen. Mercedes-Benz werde mit einer Modelloffensive den Angreifer Audi bereits 2013 zurückschlagen, prognostiziert Studienautor und CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer.

„Die neue A-Klasse wird für Mercedes zur wichtigsten Baureihe beim Rennen um die Marktführerschaft im Premium-Segment“, schreibt er in der Studie. Das ab September 2012 erhältliche Fahrzeug sei völlig neu und werde die Verkäufe der Marke deutlich steigern. Inklusive der seit vergangenem Jahr erhältlichen neuen B-Klasse wollen die Stuttgarter bis 2015 zehn neue Modelle auf den Markt bringen.

Audis rasantes Wachstumstempo in den vergangenen Jahren wurde vor allem durch die Verkäufe in China bestimmt, wo die Ingolstädter vor der Konkurrenz liegen. Doch auch hier werde das Rennen enger, heißt es in der Studie. Der Wettbewerb werde auf dem Heimatmarkt entschieden, denn „die Chinesen kaufen das, was in Deutschland stärker ‚en vogue‘ ist“.

Laut Dudenhöffer wird selbst der oft ins Feld geführte Vorteil von Audi, Teil des VW-Konzerns zu sein, zu einem Nachteil in dem Wettkampf. „Für den VW-Konzern macht es Sinn, die Marke Porsche stärker in den Vordergrund zu schieben. Dies geschieht zulasten von Audi“, schreibt er. Audi werde eher zu einer Art Einsteigermarke im Premiumgeschäft und verliere einen Teil seines heutigen Werts.

Alle drei Hersteller haben bis 2020 ehrgeizige Absatzziele ausgegeben. Der Daimler-Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche wiederholt derzeit bei jeder Gelegenheit den Anspruch, bis dahin die meisten Fahrzeuge zu verkaufen. Eine Zahl nennt er nicht. BMW will bis 2020 mehr als zwei Millionen Fahrzeuge verkaufen. Eine gleiche Zielsetzung nannte auch Audi.

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